Ärzte Zeitung, 07.04.2005

Indapamid besonders für ältere Kranke vorteilhaft

Medikament reduziert Blutdruckamplitude stark

WIESBADEN (ner). Besonders für ältere Hypertoniker mit isolierter systolischer Hypertonie (ISH) ist das niedrigdosierte Indapamid SR vorteilhaft, wie ein Vergleich mit Candesartan und Amlodipin belegt.

Bei über 50jährigen Patienten mit Bluthochdruck müsse man in erster Linie den systolischen Blutdruck beachten, da der diastolische Druck mit zunehmendem Alter eher falle, was die Blutdruckamplitude vergrößere, sagte Professor Roland Schmieder aus Nürnberg beim Internistenkongreß in Wiesbaden.

    Die Therapie ist auch für Diabetiker geeignet.
   

Eine große Blutdruckamplitude (hoher Pulsdruck) gilt besonders in hohem Alter als kardiovaskulärer Risikofaktor. Erwünscht ist daher ein Antihypertensivum, das vor allem den systolischen Druck senkt, den diastolischen jedoch wenig beeinflußt.

Schmieder stellte bei einem vom Unternehmen Servier unterstützten Satellitensymposium einen Direktvergleich der Therapie mit drei Antihypertensiva als Monotherapie vor. In der X-Cellent-Studie hatten jeweils 440 Patienten im Alter von knapp 60 Jahren zwölf Wochen lang entweder Placebo, 1,5 mg Indapamid SR, 5 mg Amlodipin oder 8 mg Candesartan erhalten. Der Ausgangsblutdruck bei den Studienteilnehmern lag bei durchschnittlich 164/97 mm Hg.

Indapamid SR (Natrilix® SR 1,5 mg) senkte den systolischen Blutdruck um knapp 17, den diastolischen Blutdruck um etwa 7 mm Hg und damit ebenso gut wie der Kalziumantagonist und das Sartan.

Bei den 388 Patienten mit ISH reduzierte sich mit diesem Wirkstoff die Blutdruckamplitude am stärksten, was im Vergleich zu Amlodipin signifikant war. Der Grund: Der diastolische Blutdruck war unter dem Diuretikum nur um durchschnittlich 0,5 mm Hg gesunken, bei den anderen Verumpräparaten dagegen um 2 bis 3 mm Hg. Auch im 24-Stunden-Profil ergab sich hier ein Vorteil zugunsten des Diuretikums.

Die Substanzen waren ähnlich gut verträglich: Unter Amlodipin kamen bei vier Prozent der Patienten periphere Ödeme vor, in der Indapamid-Gruppe kam es bei vier Prozent zu Hypokaliämien.

Wegen der niedrigen Dosierung und der langsam-freisetzenden Galenik seien insgesamt keine gravierenden Elektrolyt-Verschiebungen zu befürchten, hieß es. Keine der Substanzen beeinflußten das Glukose-Lipoprotein-Profil. Damit sei Indapamid auch für Diabetiker geeignet, hieß es.

Schmieder hat in der Studie Genanalysen vorgenommen, um künftig mit dem genetischen Profil beurteilen zu können, wer von einem Antihypertensivum am meisten profitiert. "Im Augenblick sieht es so aus, daß Aldosteronrezeptor-Polymorphismen signifikant vorhersagen lassen, wie stark die Blutdrucksenkung ist", so Schmieder. Er hatte bei drei Polymorphismen Unterschiede von 4 mm Hg systolisch festgestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Stress in der Arbeit, Demenz als Rentner?

Wer sich im Berufsleben sehr gestresst fühlt, baut als Rentner schneller geistig ab. Liegt das tatsächlich an den Arbeitsbedingungen? Forscher sind dieser Frage jetzt nachgegangen. mehr »

Weg mit dem Heilpraktikerberuf!

Die Abschaffung des Heilpraktikerberufes steht im Fokus eines aktuell publizierten Memorandums. Aufgestellt hat die Forderung der neu gegründete "Münsteraner Kreis" um die Medizinethikerin Prof. Bettina Schöne-Seifert. mehr »

Klinikärzte mahnen Diabetes-Screening an

Patienten mit Diabetes müssen länger im Krankenhaus bleiben und haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Tübinger Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Diabetes-Screening für über 50-Jährige sinnvoll ist. mehr »