Tips zur Betreuung alter Hypertoniker

DALLAS (ner). Ein klares Statement für die Therapie auch sehr alter Hypertonie-Kranker haben US-Kardiologen bei ihrem Jahrestreffen in Dallas, Texas, gegeben. Dabei gehe es nicht um Lebensverlängerung, sondern um gute Lebensqualität.

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"Ich glaube, die meisten von uns, wenn sie 82 oder 83 Jahre alt sind, wollen ihre letzten zwei, drei Lebensjahre nicht mit schwerer Herzinsuffizienz oder den Folgen eines Schlaganfalls verbringen", sagte Dr. Marvin Moser aus Scarsdale im US-Staat New York beim Kongreß der American Heart Association (AHA).

Auch bei alten Menschen ließen sich mit Blutdruck-Einstellung Schlaganfälle, Herzinfarkte und die Entwicklung einer Herzinsuffizienz verhindern. So war - ein Beispiel - bei schwedischen Patienten zwischen 70 und 84 Jahren der Blutdruck von durchschnittlich 186/96 mmHg auf 167/87 mmHg gesenkt worden.

Mit Verum hatten die Studienteilnehmer je nach Ausmaß der Blutdrucksenkung bis zu 40 Prozent weniger Schlaganfälle sowie 25 Prozent weniger Herzinfarkte, und 50 Prozent weniger Patienten entwickelten eine Herzinsuffizienz als unter Placebo. Bestätigt wurde das unter anderem in der ALLHAT-Studie bei den über 75jährigen Patienten.

Befürchtungen, es würde bei alten Menschen unter Antihypertensiva gehäuft zu Schwindel, Müdigkeit und schlechtem Allgemeinbefinden kommen, entkräftete Moser mit einer weiteren Studie, nach der sich bei diesen Patienten Hüftfrakturen nicht häuften und kein Zusammenhang zwischen Medikation und orthostatischen Symptomen oder Bewußtlosigkeit bestand.

Allerdings liegen die Blutdruckziele anders als bei relativ jungen Patienten. Eine Senkung des systolischen Drucks unter 140 mmHg habe keine Vorteile mehr für die Patienten, sagte Moser. Sinkt der diastolische Druck gar unter 55 bis 60 mmHg, können die positiven Effekte sogar aufgehoben sein.

Folgenden Algorithmus schlägt Moser bei alten Hypertonie-Kranken vor: Lebensstiländerungen seien kaum umzusetzen. Es sollte mit niedrig dosiertem Diuretikum, etwa 12,5 mg Hydrochlorothiazid, begonnen werden. Dies kann dann wahlweise mit einem Kalzium- oder Betablocker, ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Antagonisten ergänzt werden.

Vor einer Dosis-Erhöhung sollte man den Allgemeinzustand überprüfen und nach Befindlichkeitsstörungen fragen. Moser: "Geben Sie den Barorezeptoren Zeit, sich umzustellen!".

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