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Cholesterin schützt vor Pneumonie-Folgen

Die bei einer ambulant erworbenen Pneumonie gesteigerte Cholesterin-Produktion schützt offenbar vor größeren Gewebsschäden in der Lunge.

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JENA (eb). Bei einer von Pneumokokken verursachten Lungenentzündung wird als Fernwirkung in der Leber die Produktion von Cholesterin erhöht, das die infektionsbedingten Schädigungen des Lungengewebes mindert.

Ausgelöst wird dieser Abwehrmechanismus durch das Bakteriengift Pneumolysin. Wie erfolgreich dieser Schutz ist und ob er eine Ausweitung der Infektion zur Sepsis verhindern kann, hängt vom Grad der Infektion und dem Pneumokokkenstamm ab ((Faseb-Journal 2012; online 13. März).

Bei fast der Hälfte der in Deutschland auf jährlich eine halbe Million Fälle geschätzten ambulant erworbenen Pneumonien wird die Infektion von Pneumokokken verursacht, teilt das Uniklinikum Jena mit.

Meist bleiben diese Lungenentzündungen auf einzelne Lungenlappen begrenzt und heilen nach Antibiose gut aus, doch kann sich die Infektion in schweren Fällen auch ausbreiten und zu Organversagen bis zum septischen Schock führen.

"Die Mechanismen und Bedingungen dieser Ausbreitung einer Pneumokokkeninfektion sind noch kaum verstanden", wird Professor Michael Bauer in der Mitteilung zitiert.

Pneumokokken-Gift lagert sich am Cholesterin an

Der Intensivmediziner am Uniklinikum Jena leitete gemeinsam mit Professor Ulrich Maus von der MHH eine Studie mit Mäusen, die in unterschiedlichen Dosen mit zwei verschiedenen Pneumokokkenstämmen infiziert wurden.

"In einem systembiologischen Ansatz haben wir jeweils die Auswirkungen der Infektion auf der Ebene der Signal- und Stoffwechselprozesse nicht nur in der Lunge, sondern auch im Blut und in der Leber untersucht."

Eine Schlüsselrolle dabei spielt das Pneumolysin. Dass sich dieses von den Pneumokokken gebildete Bakteriengift an die Cholesterinmoleküle in der Zellmembran der Lungenbläschen anlagert und so die Barrierefunktion der Membran zerstört, war bekannt.

"Wir konnten zeigen, dass das Pneumolysin, das nun in den Körper gelangen kann, auch in der Leber den Startschuss für eine verstärkte Produktion von Cholesterin gibt", so Bauer.

"Dieses Cholesterin kann dann weiteres Pneumolysin neutralisieren und so vor größeren Gewebeschäden in der Lunge schützen."

Eine große Aktivität der an der Biosynthese von Cholesterin beteiligten Gene und ein in der Folge erhöhter Cholesterinspiegel zeigte sich vor allem bei den Mäusen, die mit geringen Keimzahlen eines Bakterienstammes infiziert wurden, der Pneumonien ohne Tendenz zur systemischen Ausbreitung verursacht.

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