Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 11.10.2005

Eplerenon verbessert rasch die Prognose nach Herzinfarkt

Sterberate sinkt schon innerhalb von 30 Tagen / Als Ursachen werden antiarrhythmische und antifibrotische Effekte angesehen

DRESDEN (gvg). Patienten, die nach einem Myokardinfarkt zusätzlich zur Standardtherapie Eplerenon erhalten, profitieren bei der Sterblichkeitsrate schon nach 30 Tagen. Das belegt eine neue Auswertung der Daten der Ephesus-Studie.

Die entsprechenden Ergebnisse der Epheseus (Eplerenon in Patients with Heart Failure and Left Ventricular Systolic Dysfunction)-Studie wurden in der Augustausgabe des "Journal of the American College of Cardiology" publiziert und bei der Kardiologie-Tagung in Dresden vorgestellt.

An der Studie nahmen rund 6600 Patienten teil, die drei bis maximal 14 Tage vor der Randomisierung einen Myokardinfarkt erlitten hatten. Voraussetzung war ferner eine linksventrikuläre Pumpfunktion von maximal 40 Prozent und klinische Zeichen einer Herzinsuffizienz.

Die Patienten erhielten zusätzlich zu einer Standardtherapie aus ACE-Hemmer, ASS und Betablocker 25 Milligramm Eplerenon (Inspra®) pro Tag oder Placebo. Dies führte zu einer um 15 Prozent niedrigeren Sterberate nach im Mittel 27 Monaten.

"Die neuen Daten belegen jetzt, daß bereits nach 30 Tagen die Gesamtsterberate um 31 Prozent niedriger liegt, wenn Eplerenon eingenommen wird", sagte Professor Karl Werdan von der Universität Halle-Wittenberg auf einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung. Absolut starben 3,2 Prozent statt 4,6 Prozent der Patienten bis zum 30. Tag nach der Aufnahme in die Studie.

Ursache für diesen raschen Effekt seien wahrscheinlich mehrere Faktoren, wie Professor Christian Hamm aus Bad Nauheim betonte. Durch die bei der Behandlung mit dem Aldosteron-Antagonisten niedrigere Rate an Hypokaliämien (8,4 Prozent im Vergleich zu 13,1 Prozent bei Placebotherapie) sei von einem antiarrhythmischen Effekt auszugehen, so Hamm.

Tatsächlich lag die Häufigkeit des plötzlichen Herztods in der Verumgruppe um 37 Prozent niedriger. Außerdem scheine es durch antifibrotische Effekte Unterschiede bei der Narbenbildung zu geben, die schon in den ersten Behandlungswochen relevant sein könnten.

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