Direkt zum Inhaltsbereich

Mangel an Mikronährstoffen? - Das kann viele Ursachen haben

Aufgrund einer "nicht artgerechten" Ernährung herrscht in unserer modernen Überflussgesellschaft bei vielen Menschen ein Mangel an für Gesundheit und Wohlbefinden wichtigen Mikronährstoffen. Viele Faktoren, etwa auch Medikamente, können dieses Defizit verschärfen.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:
Fünfmal täglich eine Portion Obst oder Gemüse - das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Basis gesunden Lebens.

Fünfmal täglich eine Portion Obst oder Gemüse - das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Basis gesunden Lebens.

© Foto:greco www.fotolia.de

MÜNCHEN. Einem Mangel an Mikronähstoffen sollte man durch eine gezielte Ergänzung entgegen wirken. Dazu bieten sich diätetische Mikronährstoffgranulate an, etwa Orthomol Immun®. Dafür hat Dr. Michael Gesche aus Hamm bei einer Fortbildungsveranstaltung des Unternehmens Orthomol in München plädiert.

Wie der niedergelassene Allgemeinmediziner, der sich seit Jahrzehnten mit Orthomolekularer Medizin befasst, ausführte, sind Menschen von Natur aus auf einen hohen Verzehr von Obst und Gemüse angelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb auch den täglichen Verzehr von fünf möglichst frischen Portionen Obst und Gemüse; das entspricht fünf Handvoll oder für einen Erwachsenen 650 bis 700 Gramm. Diese Vorgabe zu erfüllen, davon sind aber die meisten Menschen weit entfernt. Im Schnitt essen hier Frauen täglich 350 Gramm und Männer nur 270 Gramm der geforderten Pflanzenkost. Im Schnitt heißt, dass bei einem erheblichen Teil die Versorgung noch schlechter ist. Folgen eines solchen Dauermangels seien erhöhte Anfälligkeiten für Infektionen und viele klassische Zivilisationskrankheiten einschließlich Krebs, so Gesche.

Zu den vielen zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen, Resorptionsstörungen, konsumierende Erkrankungen und belastende, zum Beispiel Krebstherapien, die das individuelle Mikronährstoffdefizit zusätzlich verschärfen können, gehört auch die Einnahme vieler oft genutzter Medikamente, betonte Gesche. So reduziere zum Beispiel ASS über eine verminderte intestinale Resorption und eine beschleunigte Ausscheidung die Verfügbarkeit von Eisen, Folsäure und besonders auch von Vitamin C. Metformin senkt die Blutspiegel von Vitamin B12, und Folsäure sowie ACE-Hemmer senken die von Zink. Der negative Einfluss vieler Medikamente auf die Mikronährstoffbilanz ist schon lange bekannt, werde im Detail viel zu wenig erforscht und in der täglichen Praxis kaum berücksichtigt, kritisierte der Vortragende.

Menschen, die trotz gründlicher Aufklärung das geforderte tägliche Obst- und Gemüsepensum nicht erfüllen oder bei denen aufgrund von Grunderkrankungen oder unerwünschten Medikamentenwirkungen von einem erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen auszugehen ist, rät Gesche zur Nahrungsergänzung.

Das gilt etwa vor allem für Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und aus aktualisierter Sicht auch für sekundäre Pflanzenstoffe, essenzielle Fettsäuren und Probiotika.

Orthomolekulare Medizin

Der zweifache Nobelpreisträger und Begründer der Orthomolekularen Medizin, Professor Linus Pauling (1901 - 1994), definierte die Disziplin etwas tautologisch so: "Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung der Gesundheit durch die Veränderung der Konzentration von Substanzen im Organismus, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind". (wst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram

Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an