Ärzte Zeitung, 12.04.2012

Viele Leichtathleten sterben an Herzproblemen

Viele Leichtathleten sterben an Herzproblemen

MANNHEIM (eb). Die Lebenserwartung von Profisportlern einiger Disziplinen stieg in den vergangenen 20 Jahren weniger rasch an als in der Gesamtbevölkerung.

Herzprobleme sind dabei überdurchschnittlich oft die Todesursache in dopingverdächtigen Sportarten wie Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik. Das zeigt eine Studie, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) präsentiert wurde.

"Es gab keine Hinweise auf negative Einflüsse hoher sportlicher Aktivität in der Adoleszenz auf altersbedingte Herz-Veränderungen", wie Professor Klaus-Dieter Schlüter von der Universität Gießen berichtet hat.

In der Studie wurden Lebensprofile deutscher Olympiateilnehmer untersucht, in 54 Fällen anhand der Todesursache. Von Sportlern in Leichtathletik, Radfahren und Schwerathletik starben 64 Prozent an kardialen Ursachen, ihre Lebenserwartung betrug zwischen 2000 und 2011 nur 70,4 Jahre (Allgemeinbevölkerung: 76,2 Jahre).

Die Werte für Ruderer, Kanuten, Schwimmer und Turner lagen hingegen bei 82,6 Jahren.

[13.04.2012, 22:08:24]
Dr. Horst Grünwoldt 
Doping-Verdächtigungen
Daß ausgerechnet die Leichtathleten und Radsportler immer wieder des "Dopings" verdächtigt werden, dürfte ganz und gar ungerecht sein. Natürlich sind dort die Verlockungen groß, daß sich einzelne Sportler durch Quacksalber und Zauberdoktoren irreführen lassen, irgendwelche "Wunderdrogen" zu kaufen und sich zum individuellen Arzneimittel-Versuch am Gesunden bereitstellen.
Schließlich locken dort bei internationalen Veranstaltungen jetzt die höchsten Siegprämien.
Erstaunlich in der Studie ist schon, daß ausgerechnet Ruderer und Kanuten, die kurzfristig außergewöhnliche Herz-Kreislauf-Belastungen abrufen müssen, angeblich weniger kardialen Folgekrankheiten ausgesetzt sein sollen.
Abgesehen von den fragwürdigen "doping"-Verdächtigungen in einzelnen Disziplinen, wird die Mannheimer Studie hoffentlich auch zu dem altbekannten Ergebnis kommen, daß alle Hochleistungs-Athleten nach Beendigung ihrer Sportlerkarriere noch lange genug "abtrainieren", um die Körperfunktionen allmächlich wieder auf einen "normalen" Alltagsrythmus herabzufahren.
Schließlich gehört das auch zur sportmedizinischen und Trainings- Nachsorge.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »