Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 30.08.2004

BNP: Prognose-Marker bei schwerer Herzschwäche

Bei stark erhöhten Werten des Brain Natriuretic Peptide (BNP) steigt das Risiko für einen kardiogenen Schock

MÜNCHEN (gvg). Der Blutgehalt an Brain Natriuretic Peptide (BNP) erlaubt bei schwerer Herzinsuffizienz Aussagen darüber, wie dringlich eine Herz-Operation ist. Hohe BNP-Werte bedeuten ein erhöhtes Risiko für einen kardiogenen Schock.

BNP ist ein Gewebshormon mit kurzer Halbwertszeit, das in der Herzwand freigesetzt wird, wenn der Druck in den Herzkammern steigt. Es gilt deshalb als Hilfe bei der Diagnose der akuten Herzinsuffizienz.

In einer Studie, die Dr. Evgenij Potapov beim Europäischen Kardiologie-Kongreß vorgestellt hat, wurde nun geprüft, wie sich durch tägliche BNP-Messung der Verlauf einer Herzinsuffizienz vorhersagen läßt. An der Studie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) nahmen 84 Patienten teil, die wegen schwerer Herzschwäche i.v. Katecholamine benötigten.

"Wir konnten zeigen, daß die Gefahr, am Tag nach einer BNP-Bestimmung einen kardiogenen Schock zu entwickeln, fünfmal höher ist, wenn der BNP-Wert stark erhöht ist", sagte Potapov auf der von Bayer HealthCare unterstützten Veranstaltung. Die Firma bietet zur Diagnostik den BNP-Test an.

War zusätzlich der Wert für den Entzündungsmarker E-Selektin erhöht, war das Risiko eines kardiogenen Schocks sogar zwölfmal höher. "Das ist bemerkenswert, weil hämodynamische Parameter wie der Herzindex in diesem Krankheitsstadium keinen prognostischen Wert haben", so Potapov.

Am DHZB wird der BNP-Wert deswegen bei den Patienten, bei denen eine Herzoperation denkbar erscheint, mittlerweile routinemäßig bestimmt. "Ist der BNP-Wert stark erhöht, dann votieren wir schneller für ein Herzunterstützungssystem als bei Patienten, bei denen der Wert niedriger liegt", sagte Potapov.

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