Ärzte Zeitung, 28.02.2012

Herzinsuffizienz: Therapien addieren sich

LOS ANGELES (ob). Die in Leitlinien bei chronischer Herzinsuffizienz empfohlenen Therapien verbessern die Überlebenschancen der Patienten auch im Praxisalltag. Mit jeder zusätzlichen Therapie addiert sich dabei der prognostische Nutzen.

Herzinsuffizienz-Therapien auch im Alltag sehr effektiv

Für mehrere Behandlungsstrategien ist in kontrollierten Studien gezeigt worden, dass damit bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Auswurffraktion die Sterberate gesenkt werden kann.

Lässt sich dieser prognostische Nutzen auch unter den komplexeren Bedingungen des klinischen Alltags reproduzieren?

Dieser Frage sind US-Forscher jetzt in einer Fall-Kontrollstudie auf Basis von Daten aus einem großen Herzinsuffizienz-Register (IMPROVE-HF) nachgegangen (J Am Heart Assoc 2012; 1: 16).

Analysiert wurden dabei die Assoziationen der in Leitlinien als prognostisch günstig empfohlenen Therapien mit der 2-Jahres-Mortalität.

Dazu verglichen die Forscher die Therapien bei 1372 Patienten, die nach zwei Jahren gestorben waren (Fälle) mit denen bei 2752 Patienten, die noch lebten (Kontrollen).

Ergebnis: Sechs von sieben zur Prognoseverbesserung empfohlene Therapien, darunter Betablocker, RAS-Blocker (ACE-Hemmer, Sartane) oder auch apparative Therapieverfahren wie die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) oder der implantierbare Defibrillator (ICD) waren jeweils mit einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterberate assoziiert.

Betablocker und CRT zeigten mit einer relativen Reduktion der Gesamtmortalität um mehr als 50 Prozent den stärksten Effekt.

Zudem konnten die Untersucher erstmals zeigen, dass bei einer Addition der Therapien ein Zuwachs an prognostischem Nutzen resultierte. Schon die Kombination aus Betablocker und RAS-Blocker reduzierte die Mortalitätsrate um rund 60 Prozent.

Kam als indizierte Therapie noch ein ICD in Kombination mit adäquater Patientenunterweisung hinzu, ergab sich sogar eine Mortalitätsreduktion um mehr als 80 Prozent.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[29.02.2012, 11:12:49]
Dr. Klaus Laros 
Der Internist kommt nicht vor
Bei Durchsicht der Richtlinien fällt mir auf,dass der Internist bei der wichtigen Empfehlung, immer eine ehcokardiographische Farbdopplerunter-suchung durchzuführen auschliesllich der Cardiologe empfohlen ist.
Haben wir denn keine Internisten, die diese Untersuchung ebenso
qualifiziert durchzuführen in der Lage sind ?  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Appell zur rationalen Antibiotika-Gabe

Anlässlich des 11. Europäischen Antibiotika-Tages rufen KBV und vdek zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen und Grippe auf. mehr »