Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 16.02.2005

Schutz durch Plättchenhemmung

Schlaganfall-Risiko erhöht, wenn Risikopatienten ASS-Prophylaxe unterbrechen

NEW ORLEANS (ob). Unterbrechen für Ischämien anfällige Risikopatienten die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS), erhöht sich die Gefahr klinischer Ereignisse. Nachdem Kardiologen gerade entsprechende Daten bei KHK veröffentlicht haben (wir berichteten), berichten Schweizer Mediziner fast zeitgleich über ähnliche Erfahrungen bei Schlaganfall.

Die Ergebnisse dieser Studie hat Dr. Patrik Michel von der Universitätsklinik Lausanne auf der 30. Internationalen Schlaganfall-Konferenz in New Orleans vorgestellt.

      Nach dem Absetzen von ASS gab es vermehrt Schlaganfälle.
   

Michel und seine Kollegen haben retrospektiv 309 Patienten untersucht, die alle wegen eines Schlaganfalls oder transitorisch-ischämischer Attacken (TIAs) in eine Klinik eingeliefert worden waren. Alle Patienten hatten zuvor aufgrund bestehender Risikofaktoren zur Prävention zerebrovaskulärer oder koronarer Ereignisse eine Behandlung mit ASS erhalten.

Zum Vergleich wurden die Daten von 309 Patienten (Kontrollen) mit ähnlichem Risikoprofil herangezogen, die ebenfalls eine ASS-Prophylaxe verordnet bekommen, jedoch in den letzten sechs Monaten keinen Schlaganfall entwickelt hatten.

Festgestellt wurde, daß von den Patienten mit ischämischem Schlaganfall oder TIA 13 innerhalb von vier Wochen vor dem zerebrovaskulären Ereignis die ASS-Behandlung unterbrochen hatten. In der Kontrollgruppe waren es dagegen nur vier Patienten.

Nach statistischer Berechnung war das Absetzen von ASS mit einem um den Faktor 3,25 höheren Risiko für das Auftreten zerebrovaskulärer Komplikationen assoziiert.

Zwei Drittel aller Therapie-Unterbrechungen waren von Ärzten wegen aufgetretener geringfügiger Blutungen oder bevorstehender kleinerer chirurgischer oder diagnostischer Eingriffe angeordnet worden. In einem Drittel der Fälle handelten die Patienten eigenmächtig.

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