Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 01.08.2005

Rechtshirn-Infarkt wird oft nicht erkannt

Insult der rechten Hirnhälfte / Symptome oft nicht offensichtlich / Patienten bekommen seltener Lyse

FRANKFURT AM MAIN (gwa). Transitorische ischämische Attacken (TIA) und Schlaganfälle der rechten Hirnhälfte werden oft verspätet diagnostiziert. Der Grund: Symptome bei rechtshirnigem Insult wie ein Neglect werden offenbar nicht als Infarkt-Symptome gedeutet.

Für Betroffene bedeutet das: Sie kommen später ins Krankenhaus als Patienten mit Linkshirn-Infarkt. Und sie erhalten seltener eine Lyse.

Das ergeben Daten von mehr als 20 000 Patienten aus dem hessischen Schlaganfall-Register, die Dr. Christian Förch von der Neurologischen Abteilung der Uni Frankfurt und seine Kollegen analysiert haben (Lancet 366, 2005, 392). Mehr als 11 300 Patienten (56 Prozent) hatten danach einen Schlaganfall oder eine TIA linkshirnig, fast 8770 (44 Prozent) rechts. Bei etwa 3500 wurde eine TIA diagnostiziert - 62 Prozent links und 38 Prozent rechts. Ischämische Insulte (14 838 Patienten) kamen links bei 56, rechts bei 44 Prozent vor.

Kommen Infarkte oder TIA links also häufiger vor als rechts? Nein, sagen die Kollegen. So gab es bei Hirnblutungen, deren Symptomatik unabhängig von der Seitenlokalisation kaum zu übersehen ist, keinen signifikanten Unterschied zwischen links und rechts.

Was noch auffiel: Knapp 5500 Patienten kamen innerhalb von drei Stunden nach Symptom-Beginn ins Krankenhaus, 58 Prozent mit links-, 42 mit rechtsseitigem Infarkt. Das Problem: Für eine Lyse gilt bislang, daß sie innerhalb von drei Stunden nach Beginn des Ereignisses begonnen werden soll.

Weitere Infos im Internet unter: www.gqhnet.de/Projekte/Akut/

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Stets Insult-Verdacht: akute ZNS-Symptome

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