Ärzte Zeitung, 02.11.2009

Bei Schlaganfall zahlt sich Aufklärung aus

Wissen über Symptome steigt nach Infokampagne

DÜSSELDORF (mut). Es lohnt sich, Patienten immer wieder auf die wichtigsten Schlaganfallsymptome hinzuweisen: Viele können sich dadurch besser an typische Beschwerden wie Lähmung und Taubheitsgefühl erinnern.

Schlaganfälle werden bekanntlich häufig deswegen zu spät erkannt, weil die Betroffenen die Symptome nicht ernst nehmen und zu spät den Notarzt rufen. Mit einem Modellprojekt in sechs Kommunen am Niederrhein (Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss, Viersen und Wesel) wurde zwischen 2003 und 2008 versucht, das Wissen um die Symptome in der Bevölkerung zu verbessern - und zwar mit Plakaten, Zeitungsanzeigen sowie Faltblättern in Arztpraxen. Vor und nach der Aktion wurde jeweils eine Stichprobe von über 1000 Menschen aus der Modellregion zu typischen Schlaganfallsymptomen befragt.

Das Ergebnis: Vor der Kampagne konnten 32 Prozent der Befragten kein einziges Apoplex-Symptom nennen, danach waren es nur noch 27 Prozent. Mindestens drei Symptome kannten vor der Kampagne 18,6 Prozent, danach 25,5 Prozent. Etwa ein Viertel der Befragten konnte sich an einzelne Aktionen der Kampagne erinnern. Bei diesen war das Wissen um die Symptome deutlich stärker ausgeprägt. Das bekannteste Symptom war die Halbseitenlähmung, gefolgt von Sprachstörung. Nach der Kampagne nannten auch etwa 20 Prozent Taubheit und Sensibilitätsstörungen, davor waren es nur zwei Prozent.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[09.11.2009, 16:29:24]
Karl Vaith 
Diese Infokampagne kann man nur unterstützen !
Sehstörungen, Halbseitenlähmungen,Sprachstörungen sind meist leichter zu dignostizieren als starke Kopfschmerzen, Schwindelzustände, Erbrechen bei vertikaler Bewegung vor allem nach langen Flügen.

Ein Patient wurde am 20.März 2009 nach einem Flug von LA nach FFM in der Ambulanz der Flughafenklinik in Frankfurt 4 Std. mit falschen Therapiemethoden tangiert, obwohl bereits sehr starke Kopfschmerzen auf einen Apoplex hindeuteten.
Man reagierte erst als eine verwaschene Sprache festzustellen war und überwies zu spät in die Neurochirurgische Städt.Klinik wo nur noch eine sofortige OP dem Pat. das Leben rettete.
Darum sollte prophylaktisch jeder Therpeut die vorhandenen Symptome kennen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Ärztenetze sollen Arztsitze erwerben können

Die Gesundheitsminister wollen Ärztenetze stärken. Keine Mehrheit auf ihrer Konferenz fand der Vorschlag, die Budgets in der vertragsärztlichen Versorgung abzuschaffen. mehr »

Das Kassenpolster wächst und wächst

Die Kassen der Krankenkassen füllen sich weiter: Im ersten Quartal 2018 steht ein Überschuss von über 400 Millionen Euro zu Buche. Zudem fällt das Jahresergebnis für 2017 viel besser aus als gedacht. mehr »