Ärzte Zeitung, 09.08.2013

Kommentar zu Alkohol und Kippen

Live hard - go gaga young

Von Thomas Müller

Es hat sicher etwas Lässiges, mit der Kippe im Mund von Bar zu Bar zu ziehen. Wer dann von Alkohol und Tabak benebelt im Morgengrauen irgendwo ein Bett und eine Mütze Schlaf findet, der wird sich auch sonst über die Zukunft keine Gedanken machen, weil er sich eh nicht vorstellen kann, jemals alt zu werden.

Mit 20 Jahren mag das noch normal sein, wer mit 40 oder 60 jedoch noch immer an solchen Verhaltensmustern festhält, darf sich nicht wundern, wenn das wider Erwarten eintretende Altern dann doch seinen Tribut fordert.

Das Erschreckende an einer aktuellen britischen Studie: Ein Drittel aller Raucher scheint einen Lebensstil mit exzessivem Alkoholgenuss zu pflegen, bei den Niemalsrauchern sind es nur halb so viele. Die Kippe und das Bier gehören offenbar zusammen.

Nun sind sowohl größere Alkoholmengen als auch Nikotin und Teer nicht gut für das Gehirn, alles zusammen scheint das Ableben der Hirnzellen synergistisch zu beschleunigen, und das macht sich früher bemerkbar, als manchem lieb ist: in der britischen Studie bereits ab Mitte 50.

Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere Freund eines allzu lässigen Lebensstils bekehren, wenn er weiß, dass auf ein "live hard" nicht immer der frühe Tod, sondern nur eine frühe Demenz folgt.

Lesen Sie dazu auch:
Kognitive Leistung: Hirn altert mit Tabak und Alkohol

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