Ärzte Zeitung, 12.12.2010

Gel-Therapie hilft gegen Hörsturz

Für die Therapie bei einem Hörsturz gibt es zahlreiche Alternativen, doch nicht in jedem Fall sind sie auch erfolgversprechend. Japanische Forscher haben nun eine neue Gel-Therapie getestet - und sind von dem Erfolg begeistert.

Therapie mit Gel erfolgreich gegen Hörsturz getestet

Hörverlust auf dem rechten Ohr? Japanische Ärzte habe jetzt ein neue Therapieform erfolgreich getestet.

© AVAVA / fotolia.com

KYOTO (mut). Japanische Forscher konnten in einer kleinen Studie mit 25 Hörsturz-Patienten einen Erfolg mit einem topisch verabreichten Medikament verzeichnen.

So besserte sich das Hörvermögen durch ein spezielles Gel bei über der Hälfte der Patienten, die zuvor auf die Standardtherapie mit Kortikoiden nicht angesprochen hatten, berichtet ein Team um Dr. Takayuki Nakagawa von der Universität in Kyoto (BMC Medicine 2010; 8:76).

Die Studienteilnehmer waren zuvor mindestens sieben Tage lang erfolglos mit systemischen Kortikoiden behandelt worden - das Hörvermögen besserte sich in dieser Zeit jedoch nicht.

In der Studie erhielten sie nun ein Gelatine-Hydrogel mit dem Wachstumsfaktor IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1). Das Gel wurde unter Lokalanästhesie per Tympanotomie ins Innenohr gebracht.

Zwölf Wochen später hatte sich das Hörvermögen bei 48 Prozent um mindestens 30 Dezibel verbessert, nach einem halben Jahr war dies sogar bei 56 Prozent der Fall.

Im Vergleich dazu kam es in anderen Studien mit hyperbarem Sauerstoff nur bei 33 Prozent der Patienten mit erfolgloser Steroidtherapie zu ähnlichen Besserungen.

Die Studienärzte hegen daher die Hoffnung, dass die Geltherapie bisherigen Alternativen überlegen ist, was aber erst noch in größeren kontrollierten Studien geprüft werden muss.

Da immerhin 20 Prozent der Hörsturz-Patienten auf Kortikoide nicht ansprechen, seien dringend wirksame Alternativen nötig.

IGF-1 ist ein körpereigener Wachstumsfaktor, der die Apoptose bremst. Dies könnte zum Schutz der Haarsinneszellen in der Cochlea nach einem Hörsturz beitragen.

[13.12.2010, 23:11:04]
Dr. Vartan Ter-Akopow 
Bitte mehr Details!
1. Applikation ins Innenohr? Wie? Über das runde Fenster? Risiken!?!
2. Oder war es ungenau und sollte intratympanal in die Pauke aplliziert werden?

Wäre wichtig genauere Informationen darüber zu publizieren ............ zum Beitrag »

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