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Experten fordern

Kontrolle der Schilddrüse in den Mutterpass!

Fast die Hälfte der Schwangeren leidet an einer mangelhaften Jodversorgung. Dabei wäre das Problem leicht zu beheben, meinen Experten.

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WÜRZBURG. Fast die Hälfte der Schwangeren und stillenden Mütter in Europa leidet Experten zufolge unter einer mangelhaften Jodversorgung. "Trotzdem taucht das Thema Schilddrüse im Mutterpass nicht auf. Es bleibt an den Frauen hängen, selbst daran zu denken und das funktioniert nicht immer", sagte Professor Dagmar Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Essen, am Mittwoch as Anlass des Endokrinologie-Kongresses in Würzburg.

Die WHO empfiehlt Schwangeren und Stillenden, täglich 250 Mikrogramm Jod einzunehmen. Jod braucht die Schilddrüse, um zuverlässig Hormone produzieren zu können. In der Schwangerschaft ist der Hormonbedarf um 50 Prozent erhöht. Führer zufolge werden Probleme mit der Schilddrüse im Praxisalltag jedoch zu selten abgefragt.

Die Kontrolle der Schilddrüsen-Funktion sei dabei in einem frühen Stadium der Schwangerschaft vor allem bei Frauen wichtig, die bereits unter einer krankhaften Schilddrüse leiden.

"Wir wollen, dass diese Risikopatienten identifiziert und von den Frauenärzten, Hausärzten oder Endokrinologen künftig konkret auf eine bestehende Unterfunktion getestet werden", so die Expertin. Wenn ein echter Hormonmangel vorliege, sollte dieser unbedingt behandelt werden.

"Das Problem ist: Wenn es nicht im Mutterpass steht, wird es auch nicht abgefragt. Schwangerschaftsdiabetes dagegen steht drin, wird abgeklärt und im Mutterpass vermerkt." Eine Auto-Immunerkrankung der Schilddrüse sei beispielsweise aber mindestens genauso häufig, sie betreffe etwa fünf Prozent der schwangeren Frauen.

Mit mehr Aufklärung und einer Verankerung des Tests im Mutterpass könnten Führer zufolge viele Komplikationen während der Schwangerschaft verhindert werden. Eine Unterversorgung der Schilddrüse mit Jod aber auch eine Auto-Immunerkrankung der Schilddrüse erhöht Führer zufolge die Gefahr einer Fehl- oder einer Frühgeburt. "Bei einer schweren Unterfunktion hat das auch Folgen für den IQ des Kindes. Das sind Dinge, die leicht zu vermeiden sind." (dpa)

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