Ärzte Zeitung, 22.03.2005

KOMMENTAR

Zu viele Frauen haben zu wenig Jod

Von Gabriele Wagner

Zum Thema Joversorgung in Deutschland gibt es eine gute Nachricht: Kinder bis zwölf Jahre sind inzwischen offensichtlich gut mit Jod versorgt. Der Kollege Dr. Klaus-Heinrich Bründel aus Gütersloh bestätigt in seiner Studie zur renalen Jodausscheidung bei knapp 300 Patienten Ergebnisse anderer Untersuchungen bei Schulkindern.

Doch leider gibt es auch zwei nicht so gute Nachrichten: Unverändert haben noch viele Erwachsene einen Jodmangel. Auch das ist in der Praxisstudie belegt worden. Die von Organisationen wie WHO und UNICEF empfohlene mediane Ausscheidung von mindestens 100 µg Jodid pro Liter Urin wird in Deutschland immer noch nicht erreicht.

Dazu paßt ein Ergebnis der Schilddrüsen-Initiative Papillon, wonach jeder dritte Erwachsene Schilddrüsen-Veränderungen wie eine Struma hat. Die wesentliche Ursache dafür ist nun mal ein Jodmangel.

Noch prekärer ist die Jodversorgung bei jungen Frauen: Sie haben eine geringere Jodausscheidung als Männer. Gerade gebärfähige Frauen brauchen aber viel Jod, um Fehlgeburten oder fetale Entwicklungsstörungen vorzubeugen. Besonders die Jodversorgung von Frauen bedarf also großer Aufmerksamkeit.

Lesen Sie dazu auch:
Besonders junge Frauen brauchen viel Jod

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »