Ärzte Zeitung, 01.12.2009

Kommentar

Ein sehr wichtiges Signal gegen HIV

Von Heinz Dieter Rödder

Die Entscheidung der International Aids Society, zum ersten Mal nach 22 Jahren wieder die Welt-Aids-Konferenz in die USA zu vergeben, ist ein ganz wichtiges Signal. Sie ist die logische Folge der Entscheidung der Regierung eines großen Landes, Einreisebeschränkungen für HIV-Infizierte aufzuheben.

Die Szenen aus dem Jahr 1990 zur Hochzeit der Diskriminierung HIV-Infizierter sind bis heute in Erinnerung - die Staatspolizisten mit ihren langen gelben Plastikhandschuhen, die in San Francisco gegen Demonstranten vorgehen, die Zöllner, die an den Flughäfen das Gepäck nach AZT-Tabletten durchsuchen, aber auch die vielen Konferenz-Teilnehmer, die aus Protest gegen die Diskriminierung rote Bänder tragen.

Diskriminierung schadet der Prävention der HIV-Ausbreitung enorm. Sie führt dazu, dass Menschen die HIV-Infektion verheimlichen oder sich erst gar nicht testen und behandeln lassen. Aufklärung ist die beste Waffe gegen HIV. Das galt in den 80er Jahren genauso wie heute.

Leider gibt es immer noch Länder, auch große, die Menschen mit HIV an der Einreise hindern. Auch sie sollten sich an dem Kurswechsel in den USA ein Beispiel nehmen. Denn HIV wird nicht eingeschleppt. Es ist schon da - überall.

Lesen Sie dazu auch:
Aids-Konferenz erstmals wieder in den USA

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