Ärzte Zeitung online, 27.07.2019

Aidshilfe

HIV-Heimtest S.A.M wird gut angenommen

Der Heimtest S.A.M auf HIV und Geschlechtskrankheiten wird offenbar gut angenommen. Diese Bilanz zieht die Deutsche Aidshilfe ein Jahr nach dem Start des Pilotprojekts. Mehr als 300 Nutzer hätten sich bereits beim Projekt angemeldet.

55 Prozent der Nutzer des Tests sind unter 35 Jahre alt, 56 Prozent sind Männer, die Sex mit Männern haben. Bei 6,8 Prozent der Tests seien Chlamydien diagnostiziert worden, bei 4,3 eine Gonorrhoe, bei 1,8 Prozent Syphilis und bei 2,2 Prozent HIV.

51 Prozent der Nutzer gaben an, zuvor gar keine oder nur sehr unregelmäßige Tests gemacht zu haben.

HIV-Heimtests gibt es ja seit Oktober 2018 auch im freien Verkauf in Apotheken oder Drogerien. Neu am Pilotprojekt ist, dass die Tests anonym per Post und auch im einem Abonnement verschickt werden können. Das ist von besonderer Bedeutung für strukturschwache Gebieten und kleineren Städte.

Gewissheit über eigenen HIV-Status

Dort kommt ein Drittel (34 Prozent) der Nutzer her. Gerade dort sei der Heimtest vorteilhaft, da Testangebote auf HIV und sexuelle Erreger dort limitiert seien und die Vertraulichkeit nicht immer gewährleistet sei.

Gerade Ängste vor einem Bekanntwerden der Ergebnisse hielten viele von einem Test und der Gewissheit über den eigenen HIV-Status ab, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Aidshilfe.

„Unser Angebot ermöglicht vielen Menschen eine frühe Diagnose und Behandlung. Der Test leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die hohe Zahl nicht entdeckter Infektionen zu reduzieren“, wird Christopher Knoll von der Münchner Aids-Hilfe in der Mitteilung zitiert.

Interessierte können sich online anmelden und dann in vier bayerischen Teststellen in München, Nürnberg und Regensburg ein Erstgespräch mit persönlicher Beratung führen. Sie entscheiden dann selbst, ob sie das Testkit alle drei, sechs oder zwölf Monate zugesandt bekommen möchten. Jeder Test kostet im Pilotprojekt 32 Euro.

Proben werden zu Hause selbst genommen

Die Blut- und Urinproben sowie Abstriche werden zu Hause selbst entnommen und dann ins Labor gesendet. Liegt keine Infektion vor, erhalten die Nutzer das Ergebnis per SMS. Ist das Ergebnis positiv, wird per SMS um Rückruf gebeten.

Die Pilotphase läuft noch bis Ende August. Es steht bereits jetzt fest, dass es den Heimtest in Bayern auch danach geben wird. Eine Ausweitung auf andere Regionen in Deutschland wird geprüft. (chb/mmr)

Weitere Beiträge zur Serie:
"Sommerakademie 2019 – Wissen kompakt"

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