Ärzte Zeitung, 07.07.2005

Berliner Infektiologen bündeln ihre Kräfte

Wissenschaftler aus 27 Instituten und Forschungsgruppen arbeiten in einem neuen Forschungszentrum zusammen

BERLIN (ple). Im "Interdisziplinären Zentrum für Infektionsbiologie und Immunität" - kurz ZIBI genannt - hat die Humboldt-Universität in Berlin jetzt ihre Forschungskapazitäten auf diesem Gebiet gebündelt. Wissenschaftler aus 27 Instituten und Gruppen erforschen neue Strategien, mit denen sich Parasiten, Bakterien und Viren in Schach halten lassen.

Die Larve eines Fadenwurms wehrt sich gegen die Angriffe von Makrophagen (elektronenmikroskopische Aufnahme). Foto: Oliver Meckes, Nicole Ottawa, Eye of Science

Nicht nur Infektionsforscher, Immunologen, Molekular- und Evolutionsbiologen ziehen im ZIBI an einem Strang, sondern auch Biochemiker, Biophysiker sowie Mathematiker und Wissenschaftler aus der Theoretischen Biologie.

Wie das ZIBI mitteilt, ist eine der Hauptaufgaben der Forscher herauszufinden, wie es extrem spezialisierten Erregern, etwa Fadenwürmern oder dem Aids-Erreger HIV gelingt, sich an den Wirt - sei es ein Mensch, sei es ein Säugetier - anzupassen.

Die Forscher wollen herausfinden, wie sich gezielt die Immunantwort auf Parasiten stärken läßt. Zudem versuchen sie Wege zu finden, wie Allergien auf Infektionserreger unterbunden werden können.

Zum ZIBI gehören Arbeitsgruppen der Humboldt-Universität und der Charité, vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, dem Deutschen Rheumazentrum, dem Robert-Koch-Institut und dem Max-Delbruck-Centrum für Molekulare Medizin. Sprecher des ZIBI ist Professor Richard Lucius vom Institut für Biologie in Berlin. Er hofft, daß das ZIBI zum "neuen Leuchtturm der Forschung" wird.

Weitere Informationen zum neuen Zentrum finden Sie unter der Adresse http://www.biologie.hu-berlin.de/~ZIBI/

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