Deutschland ist Spitzenreiter bei Masern in Europa

DÜSSELDORF (dpa). In Deutschland ist die Zahl der Masern-Erkrankungen seit Jahresbeginn auf 200 Fälle gestiegen und damit auf dem höchsten Stand in Europa. Das sagte Sean Monks vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln auf Anfrage.

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Masern treten dieses Jahr gehäuft in Nordrhein-Westfalen (80 Erkrankungen) und in Niederbayern (90 Erkrankungen) auf. Seit Beginn des Jahres seien in NRW zudem zwei Kinder an Masern-Folgen gestorben. Monks bestätigte zudem Berichte, dass seit 2003 bundesweit 17 Kinder und Jugendliche an der tödlichen SSPE als Spätfolge von Masern erkrankt sind.

Professor Heinz-Josef Schmitt aus Mainz kritisierte im "Westfalen-Blatt" das Verhalten der Behörden bei der Masern-Epidemie 2006 in NRW. Damals hatte es etwa 1700 Erkrankte gegeben. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission bemängelte, dass Gesundheitsämter und Verantwortliche nicht verhindert hätten, dass infizierte Kinder weiter in Schulen oder Kindergärten gegangen seien. Das Infektionsschutzgesetz verbiete dabei eindeutig den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hemmschuh bei den Impfzielen der WHO

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