Ärzte Zeitung online, 10.04.2014

Schlafkrankheit

Vorsicht bei Safari-Touren

Schlafkrankheit: Vorsicht bei Safari-Touren

Für Afrika-Touristen stellt die afrikanische Trypanosomiasis normalerweise keine Gefahr dar. Speziell Safari-Urlauber sollten allerdings auf vorbeugende Maßnahmen hingewiesen werden.

Von Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) kommt in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara vor. Ausgelöst wird sie je nach Region durch den Einzeller Trypanosoma brucei rhodesiense (Ostafrika) beziehungsweise T. b. gambiense (Westafrika).

Die akut verlaufende ostafrikanische Variante kommt fast ausschließlich in den Ländern Uganda, Tansania, Malawi und Sambia vor, während die langsamer fortschreitende, westafrikanische Variante vorwiegend in Zentralafrika auftritt.

Jährlich werden etwa 10.000 Fälle der Schlafkrankheit gemeldet, man geht aber von einer wesentlich höheren tatsächlichen Anzahl an Erkrankungen aus.

Die Erreger werden durch Tsetse-Fliegen auf den Menschen übertragen. An der Bissstelle entwickelt sich eine Entzündung, die als Trypanosomenschanker bezeichnet wird.

Nach zwei bis drei Wochen befallen die Parasiten das Blut sowie das Lymphsystem. In dieser Phase der Infektion treten unspezifische Begleitsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gliederschmerzen auf.

Ohne Behandlung meist tödlicher Verlauf

Einige Wochen oder auch Monate nach Infektionsbeginn kommt es schließlich zum Befall des zentralen Nervensystems. Dieses Stadium ist gekennzeichnet durch die Entwicklung einer Meningoenzephalitis, Schlafstörungen, fortschreitende Verwirrung und Persönlichkeitsveränderungen.

Unbehandelt endet die Erkrankung zumeist mit dem Tod, unter medikamentöser Therapie liegt die Sterblichkeit bei drei bis zehn Prozent.

Auf einer Safari in Endemieländern empfiehlt es sich, zur Vermeidung von Tsetse-Fliegen-Stichen körperbedeckende Kleidung in neutralen Farben zu tragen, die mit Insektenschutzmittel imprägniert ist. Bei großer Hitze ruhen die Fliegen in Büschen; sie sollten nicht aufgescheucht werden.

Da die Fliegen von Objekten in Bewegung angezogen werden, ist es zudem ratsam, während der Fahrt in einem Fahrzeug die Fenster geschlossen zu halten.

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