Schlafkrankheit

Vorsicht bei Safari-Touren

Veröffentlicht:

Für Afrika-Touristen stellt die afrikanische Trypanosomiasis normalerweise keine Gefahr dar. Speziell Safari-Urlauber sollten allerdings auf vorbeugende Maßnahmen hingewiesen werden.

Von Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) kommt in weiten Teilen Afrikas südlich der Sahara vor. Ausgelöst wird sie je nach Region durch den Einzeller Trypanosoma brucei rhodesiense (Ostafrika) beziehungsweise T. b. gambiense (Westafrika).

Die akut verlaufende ostafrikanische Variante kommt fast ausschließlich in den Ländern Uganda, Tansania, Malawi und Sambia vor, während die langsamer fortschreitende, westafrikanische Variante vorwiegend in Zentralafrika auftritt.

Jährlich werden etwa 10.000 Fälle der Schlafkrankheit gemeldet, man geht aber von einer wesentlich höheren tatsächlichen Anzahl an Erkrankungen aus.

Die Erreger werden durch Tsetse-Fliegen auf den Menschen übertragen. An der Bissstelle entwickelt sich eine Entzündung, die als Trypanosomenschanker bezeichnet wird.

Nach zwei bis drei Wochen befallen die Parasiten das Blut sowie das Lymphsystem. In dieser Phase der Infektion treten unspezifische Begleitsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gliederschmerzen auf.

Ohne Behandlung meist tödlicher Verlauf

Einige Wochen oder auch Monate nach Infektionsbeginn kommt es schließlich zum Befall des zentralen Nervensystems. Dieses Stadium ist gekennzeichnet durch die Entwicklung einer Meningoenzephalitis, Schlafstörungen, fortschreitende Verwirrung und Persönlichkeitsveränderungen.

Unbehandelt endet die Erkrankung zumeist mit dem Tod, unter medikamentöser Therapie liegt die Sterblichkeit bei drei bis zehn Prozent.

Auf einer Safari in Endemieländern empfiehlt es sich, zur Vermeidung von Tsetse-Fliegen-Stichen körperbedeckende Kleidung in neutralen Farben zu tragen, die mit Insektenschutzmittel imprägniert ist. Bei großer Hitze ruhen die Fliegen in Büschen; sie sollten nicht aufgescheucht werden.

Da die Fliegen von Objekten in Bewegung angezogen werden, ist es zudem ratsam, während der Fahrt in einem Fahrzeug die Fenster geschlossen zu halten.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Sind die WHO-Ziele noch erreichbar?

Meningitis im Jahr 2023 für mehr als 250.000 Todesfälle verantwortlich

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

Hilfe für Patienten und Angehörige

Palliativmedizin: Vier Tipps aus dem Versorgungsalltag

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?