Ärzte Zeitung online, 21.01.2018

Bundesamt kritisiert

TV-Köche machen alle 50 Sekunden Hygienefehler

In deutschen Kochsendungen machen die Protagonisten im Schnitt alle 50 Sekunden Hygienefehler. Das schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem neuen Bericht.

TV-Köche machen alle 50 Sekunden Hygienefehler

Saubere Hände und Hygiene beim Zubereiten von Essen. Das nehmen es offenbar auch TV-Köche nicht immer so genau.

© wildpixel / iStock / Thinkstock

BERLIN. Umfragen zeigen, dass Verbraucher das Thema Küchenhygiene häufig unterschätzen. Dabei erkranken jedes Jahr schätzungsweise über 100.000 Menschen an lebensmittelbedingten Infektionen.

Experten haben daher im Auftrag des des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem Forschungsprojekt insgesamt 100 Folgen verschiedener Kochsendungs-Formate analysiert und auf mangelnde Küchenhygiene geachtet. Mit besorgniserregendem Resultat, wie das BfR jetzt berichtet. Besonders oft beobachteten die Experten dabei, dass dreckige Hände am Geschirrtuch abgewischt wurden und dass mit den Fingern gesalzen oder gewürzt wurde.

Zu den häufigsten Fehlern gehörte zudem, dass keine gründliche Zwischenreinigung des Schneidebretts erfolgte und dass sich Köche nach Kratzen, Niesen, Husten oder ähnlichem nicht die Hände wuschen.

Das BfR geht davon aus, dass schlechte Küchenhygiene im TV auf den Zuschauer abfärbt, und betonten, dass Personen, die Kochvideos mit einwandfreier Küchenhygiene sehen, beim Nachkochen weniger Hygienefehler machen als diejenigen, die fehlerhafte Kochvideos sehen. Das Fazit des Bundesamtes lautet dazu: "Daher ist es wichtig, beim täglichen Arbeiten in der Küche auf Sauberkeit und Hygiene zu achten." (dpa/run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Welche Rolle sollen pränatale Bluttests künftig spielen?

Der GBA ist aktuell dabei, über die Kassenerstattung von pränatalen Bluttests zu entscheiden. Bundestagsabgeordnete fordern hierzu auch eine begleitende ethische Debatte. mehr »

Versäumte HPV-Impfungen bis zum Alter von 20 nachholen!

Werden Frauen erst jenseits des 20. Lebensjahres geimpft, ist der HPV-Schutz fraglich, berichten Forscher. Sie plädieren deshalb für einen möglichst frühen Beginn der Impfserie. mehr »

Krebsangst darf Blutdrucktherapie nicht gefährden

17 UhrDie Angst vor Krebs ist hoch und mancher Patient könnte den falschen Schluss ziehen, nun lieber ganz auf Valsartan zu verzichten, warnt nun auch die Deutsche Hochdruckliga. mehr »