Ärzte Zeitung online, 29.06.2018

Zurück aus dem Urlaub

Unerwünschte Reisesouvenirs im Gepäck

Exotische Fernreisen werden bei Reisenden immer beliebter. Allerdings bergen diese auch Infektionsgefahren, die oft erst nach der Rückkehr auffällig werden.

Wird bei Urlaubern nach einer Reise eine Eosinophilie festgestellt, sollte auch eine mögliche Parasitose abgeklärt werden: In einer Studie wiesen Jessica Barrett und ihre Kollegen vom Hospital for Tropical Diseases in London nach, das bei jedem zweiten Reiserückkehrer, bei dem in ihrer Klinik eine Eosinophilie diagnostiziert worden war, eine Parasitose dahintersteckte (J Inf 2017; 75(4): 301-308).

Die Forscher analysierten prospektiv die Daten von 410 Patienten mit Eosinophilie (≥ 0,5 x 109 / l), die zwischen 2002 und 2015 in ihrer Klinik untersucht worden waren und verglichen sie mit Daten aus dem Zeitraum 1997 bis 2002. Der Zwergfadenwurm (Strongyloides stercoralis) war mit 50 Prozent der häufigste aller diagnostizierten Parasiten.

Insgesamt lag eine relative Steigerung zu früheren Daten vor (Prävalenz 1997–2002: 25 Prozent; 2002–2015: 29 Prozent). Strongyloides kam dabei bei 38 Prozent der Westafrika-Rückkehrer vor und bei 19 Prozent der Patienten, die in andere afrikanische Länder gereist waren.

17 Prozent der Diagnosen entfielen im Zeitraum 2002-2015 auf Schistosoma, den früheren Spitzenreiter (1997–2002: 33 Prozent). Der Erreger der Bilharziose wurde bei Westafrika-Reisenden etwas seltener entdeckt als bei Reiserückkehrern aus anderen Gegenden Afrikas. (st/bae)

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