Ärzte Zeitung, 30.03.2005

Einfache Tests erleichtern die HCV-Diagnose

Mit Test auf anti-HCV, HBsAg und Transferrinsättigung lassen sich zwei Drittel aller Leberkrankheiten erkennen

FRANKFURT AM MAIN (hae). Etwa zehn Patienten in jeder Allgemeinarztpraxis sind unerkannt chronisch mit Hepatitis C (HCV) infiziert. Diesem Defizit kann auch unter dem neuen EBM 2000plus entgegengewirkt werden, denn die Diagnostik in der hausärztlichen Praxis ist und bleibt kostenneutral.

Von den schätzungsweise 800 000 HCV-Infizierten in Deutschland ist die Krankheit nur bei einem Viertel diagnostiziert und nur etwa fünf Prozent werden behandelt, hat der Diplommediziner Frank Ackermann aus Greiz bei einem Workshop in Frankfurt/Main berichtet. Die Hälfte der deutschen Allgemeinärzte veranlaßt nach aktuellen Zahlen maximal fünf HCV-Antikörpertests im Jahr.

Nicht Gelbsucht oder Aszites sondern unspezifische Zeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Oberbauchbeschwerden sind die häufigsten Signale dieser Infektion, erinnerte Ackermann. Nicht nur bei unklaren Symptomen ist jedoch die Chance einer HCV-Infektion erhöht. Empfänger von Blut und Blutprodukten vor 1991 gehören ebenso zu den Risikogruppen wie Konsumenten intravenöser Drogen, Patienten mit Tattoos oder Piercings sowie Immigranten aus Endemiegebieten wie Afrika oder den ehemaligen Sowjetstaaten, sagte Ackermann.

Unbehandelt chronifiziert und progrediert die HCV-Infektion bei 80 Prozent der Patienten und jede Therapieverzögerung um zehn Jahre reduziert die Chance der Heilung um etwa zehn Prozent. Die Gelegenheit einer frühzeitigen Diagnose sollten Hausärzte daher nicht ungenutzt lassen, zumal meist schon die Bestimmung der Transaminase GPT Klarheit schafft.

Bei leicht erhöhten GPT-Werten können - Budget-neutral - schon mit den drei Tests anti-HCV, HBsAg und Transferrinsättigung zwei Drittel aller Lebererkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden, sagte der Greizer Internist auf der Veranstaltung von Hoffmann-La Roche. Entscheidend hierfür ist die Ziffer GOP 32006 des neuen EBM, die Diagnostik meldepflichtiger Erkrankungen. Diese sollten Hausärzte jedoch manuell in die Abrechnung integrieren statt sich auf das Labor zu verlassen.

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