Akute Hepatitis C

Heilung in nur sechs Wochen

Mit neuen Medikamenten reicht eine sechswöchige Therapie zur Heilung bei akuter Hepatitis C. Die Behandlung wirkt damit sogar schneller als bei chronischer Hepatitis C.

Veröffentlicht:
In 50 bis 90 Prozent der Fälle wird eine akute Hepatitis-C-Infektion chronisch.

In 50 bis 90 Prozent der Fälle wird eine akute Hepatitis-C-Infektion chronisch.

© blubay2014 / fotolia.com

HANNOVER. Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird durch Blut von Infizierten übertragen. Es dringt in die Leberzellen ein, vermehrt sich dort sehr schnell und schädigt die Zellen dabei. Das Immunsystem bekämpft das Virus, indem es befallene Zellen zerstört. Dadurch wird die Funktion der Leber immer weiter eingeschränkt.

Häufig chronifiziert die Virushepatitis dabei. In den ersten sechs Monate der akuten HCV-Infektion kann die Erkrankung allerdings noch ohne Behandlung spontan ausheilen. Das geschieht bei 10 bis 50 Prozent der Betroffenen. Die akute Hepatitis C wird nur selten erkannt, weil sie meist keine Symptome verursacht. Studien dazu sind selten und aufwändig.

Medikamente ohne Interferon getestet

Die seit 2014 verfügbaren neuen Medikamente gegen chronischen Hepatitis C greifen direkt in die HCV-Vermehrung ein und können ohne das bisher notwendige und belastende Interferon eingesetzt werden. Bisher lagen mit diesen neuen Therapien nur Daten zur Behandlung der chronischen Hepatitis vor, berichtet die Deutsche Leberstiftung in einer Mitteilung.

Ein Team von Wissenschaftlern des HepNet Study-House der Leberstiftung hat nun zum einen geprüft, ob eine feste Dosis von Ledipasvir plus Sofosbuvir auch bei akuter Hepatitis C mit sehr hohen Leberwerten sicher eingesetzt werden kann und zum anderen, ob eine Behandlungsdauer von sechs Wochen ausreicht (Lancet Infectious Diseases 2016; online 28. Oktober).

Erstmals liegen damit nun komplette Daten aus einer Studie zur Interferon-freien Behandlung bei akuter HCV-Infektion vor, berichtet die Leberstiftung weiter. An der Untersuchung nahmen 20 Patienten aus zehn Zentren in Deutschland teil.

Die Patienten hatten eine akute Hepatitis C aufgrund einer Infektion mit HCV des Genotyps 1 und keine weiteren Infektionskrankheiten wie Hepatitis B oder HIV.

Alle Patienten erhielten eine Kombination der Wirkstoffe Ledipasvir und Sofosbuvir in einer Tablette für sechs Wochen und wurden anschließend zwölf Wochen weiter beobachtet.

Erfolgreiche Therapie

Die Behandlung war sehr erfolgreich: Alle Patienten konnten geheilt werden und es gab keine nennenswerten Nebenwirkungen.

"Mit dieser Studie konnten wir zeigen, dass die neuen Medikamente auch bei Patienten mit einer akuten Hepatitis C sicher eingesetzt werden können. Das ist für die Betroffenen ein wichtiges Ergebnis", erläutert Dr. Katja Deterding von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die Erstautorin der Publikation.

Die übliche Dauer für die Behandlung bei chronischer Hepatitis C mit diesem Medikament beträgt acht bis zwölf Wochen. Bei der akuten Hepatitis C ist laut dieser Studie eine kürzere Behandlung ausreichend.

Professor Heiner Wedemeyer von der MHH, einer der korrespondierenden Autoren des Artikels, hebt dazu hervor: "Die Erkenntnis, dass eine deutlich kürzere Therapiedauer bei einer sehr neu erworbenen Hepatitis C-Virusinfektion ausreicht, ist nicht nur für die klinische Praxis interessant, sondern könnte auch zu Kostenersparnissen führen, wenn es entsprechende Verpackungseinheiten geben würde."

Durch eine frühe Ausheilung der Erkrankung könne außerdem die Ansteckung weiterer Personen verhindert werden. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Medizinischer Infusions-Tropf mit buntem Hintergrund

© Trsakaoe / stock.adobe.com

Hochdosis-Therapie

Vitamin C bei Infektionen und Long-COVID

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Maximale Vitamin-C-Blutspiegel nach oraler (blau) und parenteraler (orange) Tagesdosis-Gabe.

© Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH

Vitamin-C-Infusion

Parenterale Gabe erzielt hohe Plasmakonzentrationen an Vitamin C

Anzeige | Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Mirikizumab wirksam bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

© Oleh / stock.adobe.com

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Mirikizumab wirksam bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

© Steffen Kögler / stock.adobe.com

Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Multimodaler Ansatz zur Regeneration der Darmbarriere

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Würfel springt von 5 auf 6 um. Dies symbolisiert den Jahreswechsel von 2025 auf 2026; dahinter Feuerwerk.

© Romolo Tavani / stock.adobe.com

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Eine ältere Frau ist gestürzt und liegt auf dem Boden.

© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen