Ärzte Zeitung, 13.04.2006

KOMMENTAR

Impfung schützt auch Ungeimpfte

Von Michael Hubert

Impfungen wirken doppelt: Direkt und indirekt. Direkt geschützt ist der Impfling. Ganz junge Säuglinge können aber noch nicht geimpft werden. Sie schützt indirekt die geimpfte Gemeinschaft. Das ergab eine US-Studie zur Pneumokokken-Konjugatimpfung.

Bei uns ist die Impfung nur in Sachsen für alle Säuglinge empfohlen. Es wird Zeit, dies für ganz Deutschland zu tun. Denn: Nach Einführung der Impfung ab dem dritten Monat nahm in den USA die Zahl invasiver Pneumokokken-Erkrankungen bei Säuglingen in den ersten 90 Lebenstagen ab.

Die geimpften Kleinkinder bieten aber nicht nur den ganz Kleinen, sondern auch den alten Menschen Schutz: Bei über 65jährigen nahmen schwere Pneumokokken-Erkrankungen nach der Einführung der Konjugat-Impfung ebenfalls ab.

Diese Daten auch zum indirekten Nutzen der Impfung sollte die Impfkommission berücksichtigen und die generelle Impfung nach sächsischem Vorbild empfehlen.

Lesen Sie dazu auch:
Impfung schützt indirekt auch ganz junge Babys

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »