Ärzte Zeitung, 10.08.2009

HPV-Impfung weiterhin empfohlen

Aktuelle Bewertung der STIKO: Alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahre sollen geimpft werden 

NEU-ISENBURG (ikr). Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hält die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahre unverändert für empfehlenswert.

HPV-Impfung weiterhin empfohlen

Die STIKO hält an ihrer positiven Beurteilung der HPV-Impfung fest.

Foto: Bilderbox

Zu diesem Ergebnis ist die STIKO nach Durchsicht der bislang zur Verfügung stehenden Literatur zur HPV-Impfung einschließlich der seit der Impfempfehlung vom März 2007 neu hinzugekommenen Studiendaten gekommen.

In der aktuellen Diskussion über den Nutzen der HPV-Impfung haben mehrere deutsche Wissenschaftler unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen im November 2008 den Nutzen der Impfung in Frage gestellt. Und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die STIKO um eine erneute Bewertung der HPV-Impfung gebeten.

"Die verfügbaren Impfstoffe gegen HPV sind zu nahezu 100 Prozent wirksam zur Verhinderung von Infektionen mit HPV 16 und 18 und damit assoziierten Krebsvorstufen (CIN 2+) am Gebärmutterhals", so die STIKO. Das gelte unter der Bedingung, dass Mädchen und junge Frauen geimpft werden, die noch nicht mit entsprechenden HPV-Typen infiziert seien (Epidemiologisches Bulletin vom 10. August 2009). Werde die Wirksamkeit der Impfung nicht nur für im Impfstoff enthaltene HPV-Typen geprüft, sondern werde die Betrachtung auf alle HPV-Typen erweitert, die Zervixveränderungen verursachen, dann verringere sich - wie zu erwarten - die Wirksamkeit, so die Experten.

Die Empfehlung der STIKO zur HPV-Impfung richtet sich an junge Mädchen und Frauen vor Beginn der sexuellen Aktivität. Das empfohlene Alter von 12 bis 17 Jahren entspreche den Erkenntnissen aus nationalen Daten zur Jugendsexualität. Die STIKO weist darauf hin: "Bei bereits mit HPV-infizierten Frauen wirkt die HPV-Impfung deutlich schlechter als bei nicht HPV-Infizierten." Diese Ergebnisse würden durch die Studiendaten zu beiden Impfstoffen bestätigt.

Zur Sicherheit sagt die STIKO: "Nach derzeitiger Datenlage bieten die beiden Impfstoffe gegen HPV eine vergleichbare Sicherheit wie andere seit langem verwendete Impfstoffe, wie etwa gegen Tetanus, Diphtherie oder Hepatitis B." Das konsequente Fortführen der systematischen Überwachung zu dem Auftreten von unerwünschten Wirkungen bleibe weiterhin erforderlich, um Informationen zu langfristigen oder sehr seltenen unerwünschten Wirkungen zu erhalten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Gute Beweislage für HPV-Impfung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vorhofflimmern schlägt aufs Hirn

Nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfall: Vorhofflimmern ist auch für das Gehirn gefährlich. Angststörungen und kognitive Einschränkungen sind Nebenwirkungen, so eine Studie. mehr »

Gericht urteilt über Diesel-Fahrverbote

Müssen Städte die Feinstaub-Notbremse ziehen und Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten verbannen? Bejaht das Bundesverwaltungsgericht dies, könnte auch die Gesundheitswirtschaft in die Bredouille kommen. mehr »

Bei Diabetes "nicht gleich mit Verboten kommen!"

Professor Hellmut Mehnert ist eine wahre Kapazität auf dem Gebiet der Diabetologie. Anlässlich seines 90. Geburtstags sprach die "Ärzte Zeitung" mit ihm über Patienten-Motivation, Defizite und neue Therapie-Optionen. mehr »