Ärzte Zeitung, 06.11.2011

Masern in der Schwangerschaft können zur Fehlgeburt führen

NEU-ISENBURG (eis). Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, betont die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer Mitteilung. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu Fehl- und Frühgeburten führen. Bei Schwangeren selbst ist die Impfung mit dem Lebendimpfstoff kontraindiziert.

Masern in der Schwangerschaft können zur Fehlgeburt führen

Ärzte sollten Patientinnen mit Kinderwunsch auf die Gefahren einer Maserninfektion in der Schwangerschaft hinweisen, rät die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

© Sean Prior / shutterstock

Masern haben in Deutschland dieses Jahr massiv zugenommen. So wurden bei uns von Januar bis Oktober über 1500 Erkrankungen registriert und damit doppelt so viele wie 2010.

Bei bis zu jeder vierten Schwangeren mit Masern kommt das Baby zu früh zur Welt, wie Professor Klaus Friese aus München berichtet.

Der Präsident der DGGG weist zudem darauf hin, dass Masern auch bei den Schwangeren selbst häufig Komplikationen verursachen: Gefürchtet sind vor allem hohes Fieber und schwere Pneumonien.

Masern bei Neugeborenen kann lebensbedrohlich sein

Tritt die Infektion sehr spät in der Schwangerschaft auf, kann das Baby schon bei der Geburt an Masern erkrankt sein. Solche Erkrankungen verlaufen oft lebensbedrohlich, weil Neugeborene noch kein ausgereiftes Immunsystem haben.

Masern führen allerdings beim Kind nicht zu Fehlbildungen, so Friese. Bei Erkrankung während der Schwangerschaft ist daher eine pränatale Diagnostik oder ein Abbruch nicht angezeigt.

Das gilt übrigens auch für die Situation, wenn aus Versehen eine Masernimpfung in einer frühen Phase der Schwangerschaft durchgeführt wurde.

Immunglobuline helfen den Ausbruch der Krankheit zu verhindern

Kommt eine ungeschützte Schwangere in Kontakt mit einem Masern-Infizierten, dann kann die sofortige Gabe von Immunglobulinen den Ausbruch der Krankheit verhindern oder zumindest abschwächen. Ist die Krankheit allerdings bereits voll ausgebrochen, dann sind Immunglobuline nicht mehr wirksam.

Wer in der Kindheit zweimal geimpft wurde, ist lebenslang geschützt. Wurde allerdings nur einmal oder gar nicht geimpft, so empfiehlt die STIKO allen, die 1970 oder später geboren sind, die Masernimpfung nachzuholen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Bei jungen Frauen Masern vorbeugen!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Prostatakrebs bei jungen Männern immer früher entdeckt

Im Vergleich zu den 1990er Jahren wird heute das Prostatakarzinom bei Männern unter 50 Jahren bereits in früheren Stadien diagnostiziert. Darauf deuten Studienergebnisse hin. mehr »

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Britische Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Pfunde weg, Diabetes weg

Starke Gewichtsreduktion ohne Adipositas-Chirurgie: Das britische „Counterweight-Plus“-Programm bietet Patienten eine Option, die auch in Hausarztpraxen funktioniert. mehr »