Ärzte Zeitung, 28.02.2012

Pädiater: Impfung gegen Windpocken sinnvoll

KÖLN/KREUZTAL (ras). Die jüngsten Impfempfehlungen der Stiftung Warentest sind aus Sicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) grundsätzlich eine gute Hilfe für Eltern, die sich über das Thema Impfen informieren wollen.

In einem wichtigen Punkt irren die Autoren des Beitrags jedoch: Eine Impfung von Kindern gegen Windpocken ist entgegen den Vermutungen der Stiftung sehr wohl sinnvoll, sagt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ.

Die Impfung wird seit 2004 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) und vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) empfohlen. Vollständig, also zweimal geimpfte Kinder, bekommen in der Regel keine Windpocken.

Das belegen nach Angaben des BVKJ sämtliche Immunitätsdaten. Der Verzicht auf die Impfung sei kein guter Rat. Denn damit steigt laut Hartmann das Risiko, dass bei zurückgedrängter Zirkulation der Windpocken-Viren die Erstinfektion in höhere Jahrgänge verschoben wird.

Das erhöhte Gürtelrosen-Risiko nach einer Impfung, auf das die Stiftung Warentest hinweist, sei schließlich rein hypothetischer Natur.

In den USA, wo bereits seit 1995 flächendeckend gegen Windpocken geimpft wird, habe sich die Zahl der Gürtelrosenerkrankungen bisher nicht erhöht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Pneumologen kritisieren Grenzwerte für Fahrverbote

16.30 hMehr als hundert Lungenspezialisten bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx). mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Lebensmittelallergie kommt oft mit dem Alter

Viele glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »