Ärzte Zeitung online, 12.06.2018

Impferfolge

Medizinisches Wunder

Kommentar von Wolfgang Geissel

wolfgang.geissel

Schreiben Sie dem Autor wolfgang.geissel@springer.com

In Industrieländern müssen Ärzte Impfungen oft anbieten wie Sauerbier. Grund dafür ist der große Erfolg beim Kampf gegen impfpräventable Krankheiten: Die Schrecken von Diphtherie, Polio oder invasiven bakteriellen Infektionen kennt bei uns fast niemand mehr, Impfreaktionen aber schon.

In Entwicklungsländern ist das anders: Dort gehören sterbende Kinder mit Pneumonie, Meningitis oder Sepsis leider häufig noch zum Alltag. Impfungen etwa gegen Masern oder Polio werden dort als ein großer Segen wahrgenommen.

Mit den konjugierten Vakzinen haben zudem "Public Private Partnerships" vor einigen Jahren in vielen armen Ländern eine neue Generation von Impfstoffen verfügbar gemacht.

Und weitgehend unbeachtet von uns vollzieht sich damit ein medizinisches Wunder: Über 1,4 Millionen Kinderleben sind nach Studiendaten weltweit binnen 15 Jahren mit Hib- und Pneumokokken-Impfstoffen gerettet worden. Eine weitere Erfolgsstory gibt es im Meningitis-Gürtel von Afrika.

In den Ländern dort gab es in den 1990er-Jahren noch Ausbrüche mit 10.000 bis 100.000 Hirnhautentzündungen. Meningokokken-Impfprogramme haben das Ausmaß der Epidemien auf wenige 100 Fälle reduziert. Auch bei uns sollten solche Fakten die Wertschätzung für Impfungen wieder erhöhen!

Lesen Sie dazu auch:
Meningitis und Pneumonie: Impfen rettete 1,3 Millionen Kindern das Leben

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »