Ärzte Zeitung online, 07.02.2019

Marktzahlen

Grippevorsorge schiebt GKV-Impfstoffmarkt an

Nur bei Mehrfachimpfstoffen gab es 2018 einen Rückgang. Ansonsten nahm der Impfstoffabsatz zu.

FRANKFURT/MAIN. Nach stagnierender Marktdynamik in den Vorjahren ist 2018 erstmals seit längerem ein deutlicher Zuwachs bei den zu Lasten der GKV in Deutschland abgegebenen Impfstoffe zu verzeichnen. Jüngsten Zahlen des Frankfurter Beratungsunternehmens Iqvia zufolge wurden 37 Millionen Dosen Impfstoff an Kassenpatienten abgegeben, 4,7 Prozent mehr als 2017.

Das Plus gehe vor allem auf das Konto viraler Impfstoffe (Influenza, FSME, Rotaviren, HPV). Grippeimpfstoff war mit 13,7 Millionen Dosen (+10,0 Prozent) der mit Abstand größte Produktposten.

Das stärkste Wachstum verbuchten zu Lasten der GKV jedoch FSME-Vakzine mit +21 Prozent auf 4,1 Millionen Dosen. Bakterielle Impfstoffe (gegen Pneumokokken oder Meningokokken) legten um sechs Prozent auf 4,3 Millionen Dosen zu. Nachgelassen hat lediglich die Nachfrage nach Mehrfachimpfstoffen mit Tetanus-Komponente (-4,0 Prozent auf 8,4 Millionen Dosen) sowie nach Mehrfachimpfstoffen mit Masern-Mumps-Röteln-Komponente (-2,0 Prozent auf 1,9 Millionen Dosen).

Insgesamt gaben die gesetzlichen Kostenträger laut Iqvia im vorigen Jahr 1,28 Milliarden Euro für Impfstoffe aus (zu Apothekenverkaufspreisen ohne Abzug jeglicher Rabatte); das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent.

94 Prozent der Impfstoff-Verkäufe im Kassenmarkt entfielen auf die fünf größten Anbieter: An erster Stelle GlaxoSmithKline, dahinter Pfizer, MSD, Sanofi-Aventis und an fünfter Stelle das US-Unternehmen Mylan. Umsätze auf Herstellerebene weist Iqvia nicht aus. (cw)

1,28 Milliarden Euro gaben die gesetzlichen Krankenkassen 2018 für Impfstoffe aus (+4,4 Prozent).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf dem Weg zum Bluttest

Demenz-Diagnose ganz einfach per Biomarker: Serumtests auf Beta-Amyloid und Tau könnten in naher Zukunft recht genau anzeigen, wer gerade in eine Demenz abgleitet. mehr »

Herzschutz ist auch Schutz vor Demenz

Wer mit 50 Jahren nicht raucht, nicht dick ist, sich gesund ernährt, Sport treibt und normale Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte hat, der kann seine Hirnalterung um mehrere Jahre verzögern. mehr »

Das Oktoberfest im Gesundheits-Check

Laute Menschenmassen, Hendl und sehr, sehr viel Bier: Kann das noch gesund sein? Ein Blick auf das Oktoberfest aus Gesundheitssicht. mehr »