Ärzte Zeitung online, 31.05.2019

Neuer Ansatz

Mit Pilzen gegen Malaria

Ein Pilz, der Spinnengift produziert, könnte dabei helfen, die Ausbreitung von Malaria zu stoppen.

COLLEGE PARK / BOBO-DIOULASSO. Wissenschaftler haben einen transgenen Pilz entwickelt, der effektiv Anopheles-Mücken abtötet (Science 2019; online 31. Mai). Sie erhoffen sich dadurch, die Verbreitung der Malaria zu stoppen.

Die Forscher der Universität von Maryland (USA) und des Forschungsinstituts in Burkina Faso (IRSS) haben mit Metarhizium pingshaense einen Pilz identifiziert, der natürlicherweise Anopheles-Mücken infiziert, berichtet der britische Nachrichtensender BBC. Diesen haben sie genetisch so modifiziert, dass er das Gift der australischen Trichternetzspinne produzieren kann. Im Labor zeigte sich, dass der Pilz so schneller Mücken abtöten kann und dafür weniger Sporen nötig sind.

Als Nächstes testeten die Forscher den Pilz unter realen Bedingungen. Dazu bauten sie in Burkina Faso ein sogenanntes MosquitoSphere auf, ein über 600 m2 großes „künstliches Dorf“ mit Pflanzen, Hütten, Wasser und Nahrungsquellen für die Mücken, heißt es im BBC-Bericht. Ein doppellagiges Moskitonetz verhindert dabei, dass Mücken rein- oder rausfliegen können. Die Forscher mischten die Pilzsporen mit Sesamöl und trugen dies auf schwarze Baumwolllacken auf. Anschließend starteten sie das Experiment mit 1500 Mücken. Das Ergebnis: Wurden die Mücken alleine gelassen, stieg die Population. Mit dem toxinbildenden Pilz, blieben nach 45 Tagen nur noch 13 Mücken übrig, so die BBC.

„Durch den transgenen Pilz kollabierte die Mückenpopulation in nur zwei Generationen“, wird Erstautor Dr. Brian Lovett zitiert. Ziel der neuen Technologie sei es aber nicht, die Mücken vollständig auszurotten, es solle lediglich die Übertragung von Malaria aufgehalten werden.Andere Insekten, etwa Bienen, befalle der Pilz nicht.

(grz)

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