Ärzte Zeitung, 30.07.2009

Betriebsärzte bieten Checklisten für Impfungen

Bald stehen Impfstoffe gegen die Neue Grippe bereit. Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte fordert Unternehmen zu Impfaktionen auf und bietet kostenlose Checklisten an. Auch Niedergelassene können auf Betriebe zugehen und Impfungen für die gefährdeten Mitarbeitergruppen anbieten.

Betriebsärzte bieten Checklisten für Impfungen

Foto: GSK, www.fotolia.de

KARLSRUHE(ava/maw). Wenn in Deutschland im September und Oktober die große Impfwelle gegen die Schweinegrippe anläuft, werden gemäß den WHO-Empfehlungen ein Drittel der Bevölkerung geimpft. "Arztpraxen allein können den Ansturm gar nicht bewältigen," prognostiziert Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Grippe könnte ganze Abteilungen lahmlegen

Die Impfungen müssen seiner Ansicht nach auch in den Unternehmen angeboten werden. Betriebs- und Werksärzte könnten dort die Mitarbeiter impfen. "Dazu sollten sich Firmen schon jetzt darauf einrichten, in ihren Räumen Impfmöglichkeiten anzubieten, über den Ablauf zu informieren und sich mit dem Betriebsarzt abstimmen", so Panter.

Bislang sind die Krankheitsverläufe laut VDBW in Deutschland zwar milde, aber bei einer größeren Verbreitung müsse mit schweren Verläufen gerechnet werden. "Die Grippe ist eine akute Bedrohung und kann ganze Abteilungen lahmlegen," warnt Panter und empfiehlt deshalb allen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe, die Grippeschutzimpfungen am Arbeitsplatz anzubieten.

Der Verbands-Appell ist auch eine Steilvorlage für niedergelassene Ärzte, die die Schweinegrippe-Impfung erbringen dürfen. Diese können mit Verweis auf den VDBW jetzt aktiv auf die Mittelständler und zum Beispiel Handwerksbetriebe in der Region zugehen und entsprechende Vorschläge für Impfangebote unterbreiten.

Eine Pandemie kann für Unternehmen teuer werden

Besonders hoch ist das Infektionsrisiko nach VDBW-Angaben an Arbeitsplätzen mit starkem Publikumsverkehr, in Betrieben, die grundlegende Funktionen des öffentlichen Lebens sichern oder in Großraumbüros. Der beste Schutz wird erreicht, wenn die Impfrate hoch ist und viele sich daran beteiligen. Der Ratschlag der Betriebsärzte lautet daher: Unternehmen sollten einen Notfallplan erstellen, einen Pandemiekoordinator sowie ein Krisenmanagement-Team bestimmen.

Obwohl die meisten Firmen bereits negative Erfahrungen mit krankheitsbedingten Ausfällen gemacht hätten, hätten sie noch kein ausreichendes Krisenmanagement für den Fall einer Pandemie eingerichtet oder eine Beratung durch Betriebsärzte in Anspruch genommen, sagt Panter.

Der VDBW bietet jedem Arbeitgeber nach eigener Aussage eine kostenlose Pandemie-Checkliste und umfangreiches Informationsmaterial an. Denn eine grassierende Neue Grippe könne die betroffenen Unternehmen unter Umständen teuer zu stehen kommen. "Je nach Qualifikation des erkrankten Beschäftigten müssen sie mit mehreren 100 Euro Minus pro Tag rechnen", erklärt Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des VDBW. Daran gemessen seien die finanziellen Aufwendungen für die präventiven Impfaktionen in den Betrieben auf jeden Fall eine gute Investition.

Checklisten und Informationen auf www.vdbw.de(Service/Download)

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