Ärzte Zeitung, 09.11.2009

Schweinegrippe-Imfpung: Sinnlose Umfragen, falsche Prognosen

Schweinegrippe-Impfung: Sinnlose Umfragen, falsche Prognosen

Von Wolfgang Geissel

Nur neun Prozent der Baden-Württemberger wollten sich nach einer DAK-Umfrage Anfang September gegen Schweinegrippe impfen lassen. Ähnliche Befragungen hat es in den vergangenen Wochen in vielen Teilen der Republik gegeben, und immer wieder ergab sich ein nur sehr geringes Interesse für den Impfschutz.

Dass solche Stimmungsbilder im sonnigen Herbst nicht viel wert gewesen sind, zeigt jetzt die aktuelle Entwicklung. Kaum bahnt sich eine Schweinegrippe-Welle in Deutschland an, laufen überall Menschen von einer Praxis zur anderen, um sich impfen zu lassen. Angesichts von Engpässen gibt es Wartelisten für Impfwillige, und bei einigen wird es wohl Wochen dauern, bis sie den Schutz bekommen können. Die bestellten Impfstoffdosen werden nämlich erst nach und nach bis zum Januar ausgeliefert, weil sich die aufwendige Produktion der Vakzine nicht beschleunigen lässt.

Bei so viel Ansturm ist es wichtig, besorgte Menschen zu beruhigen und sich auf besonders Gefährdete zu konzentrieren: Menschen in medizinischen Berufen, chronisch Kranke und Schwangere. Wichtig ist auch, die Impfung weiter zu propagieren, wenn der erste Ansturm vorüber sein sollte. Der Winter ist lang und damit das Risiko für H1N1-Infektionen.

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[11.11.2009, 12:55:25]
Rüdiger Scharf 
Aufklärung und Kundenservice
Sehr geehrter Herr Geissel,
am 7. September hat die Ärztezeitung als Titelthema groß über die DAK-Umfrage zur Schweinegrippe berichtet. Das repräsentative Ergebnis zeigte zu diesem Zeitpunkt den großen Informationsbedarf in der Bevölkerung. Die DAK hat deshalb unter anderem zwei Hotlines mit Medizin-Experten geschaltet, die bundesweit von mehreren tausend Anrufern aller Kassen genutzt wurden. Dieser Kundenservice was aus unserer Sicht ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung. Natürlich sind Meinungsumfragen immer Momentaufnahmen. Unsinnig sind sie keineswegs. Das zeigen uns die vielen Veröffentlichungen zum Thema - nicht zuletzt in Ihrer Zeitung.
Grüße aus Hamburg

Rüdiger Scharf
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