Direkt zum Inhaltsbereich

Robert Koch-Institut

Info-Poster versus Sepsis

Die Sepsis-Sterblichkeit ist in Deutschland vergleichsweise hoch. Um Prävention, Früherkennung und Behandlung zu verbessern, bietet das RKI jetzt Poster mit Infografiken an.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
RKI-Poster zu Sepsis: Schnelles Handeln kann Menschenleben retten. RKI

RKI-Poster zu Sepsis: Schnelles Handeln kann Menschenleben retten. RKI

© RKI

BERLIN. Bei Sepsis zählen Minuten: Um die Prognose bei dieser schwersten und häufig tödlichen Verlaufsform einer Infektionskrankheit zu verbessern muss schnell und umsichtig gehandelt werden. Je früher die zugrunde liegende Infektion und das Auftreten einer Sepsis erkannt werden, desto schneller lässt sich spezifisch dagegen vorgehen, was wiederum entscheidend für den Verlauf bei Sepsis ist.

Die wichtigsten Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung, Therapie und Nachsorge bei Sepsis hat jetzt das Robert Koch-Institut (RKI) für Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen in einer Infografik zusammengestellt. Die Grafik in Form von zwei Postern kann von der RKI-Website heruntergeladen werden (im A3- oder A4-Format).

Noch immer großes Problem in der Medizin

Sepsis ist auch in der modernen Medizin noch ein riesiges Problem, betont das RKI: Sogar bei adäquater Antibiotikatherapie stirbt noch jeder vierte Betroffene, berichtet das Institut in einer Mitteilung, bei septischem Schock sterbe sogar bis zu jeder zweite Patient an den Folgen des Organversagens.

2015 wurden nach einer aktuellen Studie in Deutschland 75.000 Todesfälle durch Sepsis dokumentiert. Das bedeutet, dass bei etwa 15 Prozent der in deutschen Krankenhäusern gestorbenen Patienten eine Sepsis vorlag (Intensive Care Medicine 2018, 44: 1826).

Die Situation bei uns ist vergleichsweise schlecht, betont die Sepsis-Stiftung in einem aktuellen Dossier zur Sepsis-Sterblichkeit in verschiedenen Ländern: „Sepsis ist die Nummer eins der vermeidbaren Todesursachen im Krankenhaus und gilt deshalb als Maßstab für die Qualität eines Gesundheitssystems.

Deutschland deutlich hinter anderen Nationen

In Deutschland liegt die Sepsis-Sterblichkeit im Krankenhaus bei 41,7 Prozent. Dies ist deutlich höher als in Großbritannien (32,1 Prozent), in den USA (23,2 Prozent) und in Australien (18,5 Prozent)“, betont die Stiftung. Als Gründe hierfür werden Schwächen von Strukturen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitssystem genannt.

Ohne eine verbesserte Kooperation ist eine wesentliche Abnahme der Mortalität nicht zu erwarten. Steigende Raten von Antibiotikaresistenzen, auch gegen neue Präparate, verschlimmern die Situation sogar noch.

Download der Infografiken: www.rki.de/sepsis

Infekten vorbeugen!

  • Zu Hause: Hygiene beachten und Impfungen wahrnehmen!
  • Arztpraxis: Über Infektionen aufklären, gefährdete Patienten gruppen identifizieren (etwa Schwangere, Diabetiker), Impfungen anbieten!
  • Krankenhaus: Hygienische Standards beachten (Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, KRINKO).
Schlagworte:
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuitik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern

Lesetipps
Illustration eines molekularen Modells von Messenger RNA.

© Dr_Microbe / Getty Images / iStock

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

Ein Mann niest und putzt sich die Nase.

© Dragana Gordic / stock.adobe.com

Kasuistik

Plötzliche Niesanfälle bringen Mann in Lebensgefahr

Auch 2024 war die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Deutschland insgesamt erneut leicht rückläufig

© Rosi / stock.adobe.com / Generated with AI

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin