Ärzte Zeitung, 12.02.2007

Deutschland ist derzeit offenbar frei von H5N1

RIEMS (ddp.vwd). Seit dem 8. August 2006 hat es in Deutschland keinen positiven Befund auf H5N1 bei Wildvögeln mehr gegeben. "Dennoch können wir uns nicht in Sicherheit wiegen", sagt Professor Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit. Denn das Virus ist aus Europa nicht verschwunden. Das zeigen die jüngsten Ausbrüche in Ungarn und Großbritannien.

Am 14. Februar 2006 hatte das Friedrich-Loeffler-Institut bei einem Schwan auf der Ostseeinsel Rügen erstmals in Deutschland das H5N1-Virus nachgewiesen. Danach wurde das Vogelgrippe-Virus bundesweit bei 343 Wildvögeln festgestellt. 158 Tiere davon stammten von Rügen. Bundesweit werden nach wie vor tote Tiere, vor allem Wasservögel, regelmäßig auf Vogelgrippe untersucht. Auch von lebenden Tieren werden Proben entnommen.

Seit dem 8. August 2006 hat es keinen positiven Befund auf H5N1 in Deutschland mehr gegeben. Doch die Vogelgrippe kann keineswegs als besiegt gelten, sagte Mettenleiter zu ddp. "Vogelgrippe beziehungsweise Geflügelpest ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Sie ist vermutlich so alt wie die Wirtsorganismen selbst. Influenzaviren werden uns als Teil unseres Ökosystems auch in Zukunft begleiten."

2006 wurde der Prototyp eines Marker-Impfstoffs entwickelt, der eine sichere Unterscheidung von geimpften und infizierten Tieren erlauben soll. Im Labor wurde dieser Impfstoff bislang erfolgreich getestet. Jetzt muss er sich noch bei Feldversuchen an größeren Tierbeständen bewähren. Die Tests starten im Laufe dieses Jahres. Verlaufen sie erfolgreich, muss die Zulassungsbehörde in England den Impfstoff genehmigen. Etwa 2010 könnte dieser Impfstoff jedoch zur Verfügung stehen.

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