Ärzte Zeitung, 10.04.2013
 

Vogelgrippe

China will Tiere impfen

PEKING. Einige Provinzen Chinas wollen die Ausbreitung des neuen Vogelgrippe-Virus H7N9 mit Impfungen von Vögeln eindämmen. Etwa 90.000 Tauben sollen alleine in der ostchinesischen Stadt Hangzhou geimpft werden, so lokale Medien.

Da es keinen spezifischen Impfstoff gegen H7N9 gibt, sollen Mittel gegen andere Vogelgrippe-Erreger verwendet werden. Ob diese jedoch eine Ausbreitung von H7N9 verhindern können, ist nicht klar.

Die nördlichen Provinzen Hebei und Helongjiang kündigten ähnliche Impfprogramme an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Montag in Peking Massentests von Vögeln vorgeschlagen.

Denn der Erreger wird nach bisherigen Erkenntnissen zwar von Vögeln an Menschen weitergegeben, die Tiere zeigen aber keine Anzeichen der Krankheit. Daher könne sich das Virus unentdeckt über die Vögel verbreiten, warnte WHO-Vertreter Michael O'Leary.

Gleichzeitig betonte er aber, dass es keine Zeichen für eine Epidemie gebe und alle Fälle in China lokal begrenzt seien.Am Dienstag kam ein weiterer Mensch durch das Virus ums Leben. Der 83-Jährige starb in einem Krankenhaus in der ostchinesischen Stadt Suzhou, wie lokale Gesundheitsbehörden mitteilten.

Shanghai meldete zudem zwei weitere Infizierte mit H7N9. Auch die angrenzende Provinz Zhejiang berichtete am Dienstag von zwei neuen Fällen. Insgesamt stieg damit die Zahl der Infizierten auf 28.

Acht von ihnen starben.Chinas Führung erklärte die Untersuchungen zum neuen Vogelgrippe-Virus zur Chefsache. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang beobachteten die Entwicklung sehr genau, berichtete Vizepremier Liu Yandong nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua.

Xi und Li forderten die Eindämmung des Virus. Wie dies konkret umgesetzt worden könne, sagten sie nicht. (dpa)

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[10.04.2013, 11:30:55]
Dr. Horst Grünwoldt 
HxNy-Virus
Die durch ein angeblich "neues" Vogelgrippe-Virus aufgescheuchten chinesischen Politiker und WHO- Experten verhalten sich auffälliger als die nicht apparent erkrankten oder seuchenverdächtigen Flattertiere (hier: Tauben).
Wenn Epidemiologen (gr. "über dem Volk Beobachter") uns vorschnell verkünden, daß jemand (ein Mensch oder Tier) durch ein Virus verstorben sei, ist immer ätiologisch größte Skepsis geboten. Zumal sehr selten eine Virämie nachgewiesen wird, wohingegen beim Vorliegen einer Bakteriämie (Sepsis/ "Blutvergiftung") der Fall meist klar sein dürfte.

Da sollte erst einmal der Kliniker seine Anamnese und der Pathologe seinen post mortem- Befund vorlegen.
Schließlich bleibt auch noch an den Virologen/ Molekularbiologen stets die Frage zu stellen, wie denn labordiagnostisch ein bisher unbekannter Erreger so rasch als virulent identifiziert werden konnte?
Etwa mittels aufwendigen direktem Virusnachweis oder Tierversuch, oder lediglich einer screenenden AK- Reaktion oder PCR?
Alle diese kritisch zu betrachtenden "Erreger"-Nachweise können natürlich auch nur ein zufälliger Nebenbefund bei einer ganz anderen zu Grunde liegenden Krankheits- oder Todesfallursache sein.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock
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