Ärzte Zeitung, 13.04.2005

Offenbar keine Hirntumoren durch Handys

Wer viel telefoniert, muß kein erhöhtes Gliom- und Meningiom-Risiko fürchten

KOPENHAGEN (mut). Handy-Fans können aufatmen: Erneut hat eine Studie keinen Hinweis auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Handys ergeben. In der neuen Studie wurde die Handy-Nutzung von Gliom- und Meningiom-Kranken untersucht.

Die Studie wurde jetzt in der Zeitschrift Neurology (64, 2005, 1189) veröffentlicht. Sie ist Teil des Interphone-Projekts, in dem die Nutzung von Handys bei Patienten mit Tumoren im Kopfbereich in 13 Ländern geprüft wird. Initiator ist die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), eine Organisation der WHO.

In dem jetzt veröffentlichten dänischen Teil der Studie wurde geschaut, wie häufig und wie lange 252 Gliom- und 175 Meningiom-Kranke mit ihrem Handy telefonierten. Die Nutzung des Mobiltelefons wurde mit der von 822 gesunden Personen verglichen, bei denen Alter, Geschlecht und sozioökonomischen Faktoren vergleichbar waren.

Das Ergebnis ist überraschend: So ist das Gliom- und Meningiom-Risiko bei Handynutzern nach Daten dieser Studie sogar erniedrigt. Personen in der Kontrollgruppe hatten mehr mobil telefoniert als die Krebskranken.

Und die Tumoren bei den Handy-Nutzern waren im Schnitt kleiner und weniger maligne als bei Kranken ohne Handys. Die Studienautoren sehen daher keinen Hinweis auf Handystrahlung als Ursache von Gliomen und Meningiomen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Verkehrte Welt bei Handystrahlung

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