Ärzte Zeitung, 14.02.2007

Bisphosphonate bei Krebs? Ab zum Zahnarzt!

Seit Patienten routinemäßig hoch dosiert Bisphosphonate erhalten, werden mehr Kieferosteonekrosen beobachtet

BERLIN (grue). Werden Krebspatienten mit hochdosierten Bisphosphonaten behandelt, sollte der betreuende Kollege ihnen den Rat geben, auf die Zähne zu achten. Wichtig sind eine gute Zahnpflege und halbjährliche Besuche beim Zahnarzt. Denn bei mehrjähriger Therapie steigt das Risiko für Kieferosteonekrosen.

Gründliches Zähneputzen und halbjährlich ein Besuch beim Zahnarzt - das ist Pflicht für Krebspatienten, die Bisphosphonate erhalten. Foto: Marcus Brandt/ddp

Darauf hat Professor Hartmut Link aus Kaiserslautern beim Onko Update in Berlin hingewiesen. Indiziert ist die intravenöse Behandlung mit Bisphosphonaten bei Knochenmetastasen oder tumorbedingter Hyperkalzämie. Denn diese Substanzen blockieren Osteoklasten und schützen vor Komplikationen wie Frakturen.

Besonders Männer und Frauen mit Tumoren in Brust, Prostata, Lunge und Nieren haben ein erhöhtes Risiko für Knochenläsionen, das gleiche gilt für Patienten mit Plasmozytom. "Bei ihnen wird durch Behandlung mit intravenösen Bisphosphonaten das Risiko für vertebrale Frakturen um etwa 40 Prozent gesenkt", sagte Link bei dem vom Unternehmen Roche unterstützten Seminar.

Seit Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom oder multiplem Myelom routinemäßig hoch dosiert Bisphosphonate erhalten, werden vermehrt Osteonekrosen im Unter- und Oberkiefer beobachtet. Das hat sich im Lauf der vergangenen zehn Jahre herausgestellt. Dazu wurde kürzlich eine systematische Literaturanalyse vorgestellt (Annals of Internal Medicine 144, 2006, 753). Demnach hängt das Risiko für eine Kieferosteonekrose offenbar wesentlich mit der Dosierung des Bisphosphonates zusammen.

STICHWORT

Update-Kongresse

Das Onko-Update gehört zu einer inhaltlich unabhängigen Fortbildungsreihe für Ärzte, die im Februar 2005 begonnen wurde. Die zweitägigen Seminare zu einzelnen Fachgebieten der Medizin finden jeweils einmal pro Jahr statt. Dabei wird besonderer Wert auf Praxisnähe gelegt. Für 2007 stehen noch an: Cardio-Update (im Februar), Rheuma-, Gastro- und Diabetes-Update (im März), Praxis- und Gyn-Update (im April und Mai), Pneumo- und Internisten-Update (im November). Experten referieren und kommentieren die wichtigsten klinischen Studien, die im Jahr zuvor in internationalen Zeitschriften veröffentlicht wurden. (ars)

Infos bei: med update, Hagenauer Straße 53, 65203 Wiesbaden, Tel.: 0611 / 7 36 58-0, Internet: www.med-update.com

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