Ärzte Zeitung, 23.03.2007
 

Vorteile für Kranke mit Prostata-Ca in USA

Bei manchen Tumorarten leben in den USA nach zehn Jahren mehr Patienten als in Deutschland

HEIDELBERG (dpa). Nach einigen häufigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Prostata-Ca leben Patienten in den USA offenbar länger als in Deutschland.

Bessere Prognose für Krebskranke in USA
Überlebensrate 10 Jahre nach Diagnose
Bei den Überlebensraten bei Brust- und Prostata-Ca gibt es zwischen Deutschland und USA große Unterschiede.

Erhebliche Unterschiede in den Prognosen für die Fünf- und Zehn-Jahres-Überlebensraten in beiden Ländern gibt es auch bei Gebärmutterhals- und Mundhöhlenkrebs. Das berichten Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg (Int J Cancer-Online).

So leben zum Beispiel in den USA nach fünf Jahren noch 89 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs, in Deutschland dagegen 81 Prozent. Nach zehn Jahren ist der Unterschied noch deutlicher: Dann leben in den USA noch 82,8 Prozent der Patientinnen, in Deutschland dagegen nur noch etwa 69 Prozent.

Die besonders deutlichen Unterschiede beim Überleben nach Brustkrebs sind vermutlich auch auf Unterschiede in der Beteiligung an Früherkennungsmaßnahmen zurückzuführen und weniger auf Unterschiede in der Behandlung, wie die Forscher um Professor Hermann Brenner vermuten.

Mit der Einführung des Mammographie-Screenings sei Deutschland auf dem richtigen Weg, so der wissenschaftliche DKFZ-Vorstand Professor Otmar Wiestler, "denn bereits jetzt sehen wir bei den Brustkrebsdiagnosen aus den Screeningprogrammen eine Verschiebung in Richtung frühere Stadien".

Um den Rückstand bei anderen Krebsarten wie Darm- und Prostata-Ca aufzuholen, seien integrierte Konzepte der onkologischen Versorgung wie die jetzt entstehenden Comprehensive Cancer Centers ein wichtiger Ansatz.

Mit einem neuartigen Berechnungsverfahren konnten die Forscher erstmals die Langzeit-Überlebensraten bei 23 Tumoren in beiden Ländern direkt vergleichen. Die Studie basiert auf Daten des Saarländischen Krebsregisters und eines US-Programms, das Krebsneuerkrankungen in neun US-Regionen erfasst.

Bei 14 Krebsarten sind der Analyse zufolge die Überlebensraten in beiden Ländern identisch. Dazu zählten vor allem solche Erkrankungen, für die effiziente Therapien zur Verfügung stehen - wie bestimmte Leukämien, Hoden- und Schilddrüsenkrebs, so das DKFZ.

Infos zu Krebs in Deutschland unter www.krebsregister.saarland.de

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