Ärzte Zeitung, 17.08.2015

Ovarial-Karzinom

Filmpremiere zur Rolle von BRCA

Frauen mit Mutationen in den BRCA-Genen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Mamma- oder Ovarial-Ca. Doch nicht alle wissen um die Möglichkeit der Testung. Ein Kurzfilm soll das ändern.

BERLIN. "Das Ovarialkarzinom ist ein leiser Tumor, da er lange keine oder nur unspezifische Beschwerden - wie eine Zunahme des Bauchumfanges - macht", erinnerte Professor Jalid Sehouli, Europäisches Kompetenzzentrum Eierstockkrebs, Charité Berlin.

Daher werde er meist erst im späten Stadium entdeckt. Der Kurzfilm "Stilles Erbe oder Zufall?" für Patientinnen mit Ovarialkarzinom soll zur Aufklärung beitragen.

Bei der Protagonistin des Filmes Traudl Bauscher erfolgte die Diagnose fortgeschrittenes Ovarialkarzinom vor fünf Jahren. Die Patientin ist Trägerin einer BRCA (BreastCancer)-Mutation, daher beschäftigte sie neben der eigenen Erkrankung auch die Furcht, das Gen ihrer Tochter vererbt zu haben.

Eine solche Keimbahnmutation in den Tumorsuppressor-Genen betrifft etwa 15 Prozent der Patientinnen. Die Diagnose Ovarialkarzinom erhalten jährlich etwa 7500 Frauen in Deutschland, 5600 sterben daran.

Gen-Test: Wissen als Chance

"Wir sollten es auch respektieren, wenn eine Frau den BRCA-Test ablehnt. Momentan beruht die Testung aber eher auf Zufall - dies ist unbefriedigend und gilt es zu ändern", so Sehouli bei einer von AstraZeneca und der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs unterstützten Veranstaltung.

Ist die Mutation nachgewiesen, können die Vorsorge intensiviert (Kontrastmittel-MRT der Brust) oder prophylaktische Maßnahmen wie die Ovarektomie ergriffen werden.

Bei bereits Erkrankten stehen mit den oral zu verabreichenden PARP-Inhibitoren (vom Unternehmen als Olaparib, Lynparza® angeboten) neue Therapieansätze zur Verfügung.

Heilen könnten zwar auch diese die Patientin nicht, aber den Erfolg einer Chemotherapie erst einmal stabilisieren, denn sie blockieren die Reparatur beschädigter Erbsubstanz und hindern die Tumorzellen, sich weiter zu replizieren. (sp)

Film im Web unter: www.stiftungeierstockkrebs.de/ filmpremiere-stilles-erbe-oder-zufall/

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »