Direkt zum Inhaltsbereich

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Vielversprechende Behandlungsmethode in zwei Stufen

Neue Erkenntnisse zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs haben australische Forscher gewonnen. Die Chemotherapie werde damit effektiver. Die Studienmacher versprechen klinisches Potenzial.

Veröffentlicht:

SYDNEY.Kaum eine andere Krebsart ist so heimtückisch, so schwer zu behandeln: Die Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt nach fünf Jahren gerade mal bei sieben Prozent. Australische Forscher der University of New South Wales haben nun eine Methode entwickelt, dank derer sich die Überlebensrate in einer vorklinischen Studie verdoppeln ließ.

Die aktuell im Journal "Science Transnational Medicine" veröffentlichte Arbeit wurde an Mäusen sowie an von Patienten entnommenen Proben durchgeführt. Dabei wählten die Forscher einen Ansatz, der in der Krebsforschung seit Jahren für hitzige Auseinandersetzungen sorgt.

Bei dem zweistufigen Vorgehen wurde zunächst das den Tumor umgebende, stützende Bindgewebe aufgeweicht und wurden die Blutgefäße durchlässiger gemacht. Dazu behandelten die Forscher diese Stroma-Strukturen über drei Tage hinweg mit dem Wirkstoff Fasudil, einem Rho-Kinase-Inhibitor.

Die Substanz Fasudil hemmt das Protein ROCK, welches die Zellen ringsum den Tumor widerstandsfähiger macht und somit das Fortschreiten der Krebserkrankung unterstützt. Erst im Anschluss an die Behandlung des Stromas erfolgte die übliche, bislang aber bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wenig erfolgreiche Chemotherapie.

Bei der Auswertung ihes Studienversuchs kamen die Wissenschaftler zu bemerkenswerten Ergebnissen: Die Überlebenszeit verdoppelte sich durch den zweistufigen Behandlungsansatz. Außerdem wurde der Krebs daran gehindert, in andere Bereiche zu streuen.

Studienleiter Dr. Paul Timpson sagte, sein Team beweise erstmals, dass es essenziell sei, erst das Stroma und anschließend den Tumor zu behandeln. "Wir konnten erkennen, wie das Stroma mit der Zeit geschwächt wurde, und auch, dass sich die Krebszellen nicht mehr problemlos in weiteren Organen wie der Leber ausbreiten konnten", so Timpson. Zudem sei man zu dem Schluss gekommen, dass dank der durchlässiger gewordenen Blutgefäße der Transport von Medikamenten zum Tumor vereinfacht werde.

Timpson betont das klinische Potenzial der Studie. Die Substanz Fasudil sei patentfrei und werde in Japan bereits gegen Schlaganfälle angewendet. Daher lasse es sich für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs weiterverwenden. (sts)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss

IGES-Gutachten

Bei den Krebsregistern bremst föderale Vielfalt die Datenqualität

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH
Abb. 1: Studie MajesTEC-3: progressionsfreies Überlebenc

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neue Therapieoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom (RRMM)

Teclistamab-Daratumumab erzielt bislang unerreichten PFS-Vorteil bei RRMM ab dem 1. Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist