Ärzte Zeitung online, 14.06.2018

Pilotstudie

Atemtest fürs Screening auf Mundhöhlenkrebs?

DRESDEN. Das Atem-Screening mittels VOC-Erkennung hat gutes Potenzial als patientennahe Diagnostik zur Früherkennung eines Plattenepithel-Ca der Mundhöhle und für das Rezidiv-Monitoring.

Das folgern Forscher der Charité aus einer Pilotstudie, die beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) in Dresden vorgestellt worden ist.

In der Studie gaben Patienten vor und nach ihrer kurativen chirurgischen Therapie eine Atemprobe ab, die mit Gaschromatographie (gekoppelt mit Massenspektrometrie) analysiert wurde.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnten vor der Op spezifische flüchtige Kohlenstoffverbindungen – "volatile organic compounds", kurz VOCs – eindeutig identifiziert werden, die nach der vollständigen Tumorentfernung verschwanden.

Beim Mundhöhlenkarzinom, den Malignomen der Mundhöhle und Zunge, handele es sich in 80 bis 90 Prozent um Plattenepithelkarzinome, erinnert die DGMKG in einer Mitteilung. Gerade beim oralen Plattenepithelkarzinom (OSCC) seien frühe Diagnose und Behandlung die wichtigsten Faktoren für eine gute Prognose. Da es derzeit kein etabliertes Prüfverfahren außer der klinischen Inspektion gibt, bestehe dringender Bedarf an neuen diagnostischen Ansätzen.

Notwendige Screening-Programme seien Schlüsselfaktoren für die Prognose, so die DGMKG. Dies zur Früherkennung bei Menschen mit hohem Risiko – wie Raucher und schwer Alkoholabhängige – und in der Phase nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung im Falle eines Rezidivs.

Ein Atemtest als schmerzlose und wiederholbare Methode sei daher von großem Interesse als Screening-Test. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Höherer Zuschlag für Terminvermittlung

Das Bundeskabinett will sich heute mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz beschäftigen. Am Entwurf wurde vorab noch gebastelt – er enthält wichtige Änderungen. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »