Forschung und Praxis, 01.08.2005

Erfolge mit Bevacizumab bei metastasiertem Lungen-Ca

Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchial-Karzinom (NSCLC) im fortgeschrittenen Stadium überleben länger, wenn sie als First-Line-Therapie eine Chemotherapie kombiniert mit dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab erhalten.

Nachgewiesen wurde dies in einer in Orlando präsentierten Phase-II / III-Studie bei 874 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, die zuvor noch nicht behandelt worden waren. Sie wurden entweder mit Paclitaxel (P) plus Carboplatin (C) behandelt oder erhielten zusätzlich zu dieser Kombination Bevacizumab (15 mg / kg Körpergewicht alle drei Wochen).

Mit der Dreifach-Kombination konnte das Gesamtüberleben im Vergleich zur PC-Therapie von im Mittel 10,2 auf 12,5 Monate erhöht werden. Das progressionsfreie Überleben betrug in der Bevacizumab-Gruppe 6,4 Monate, in der PC-Gruppe 4,5 Monate. Auch die Ansprechrate war mit dem Angiogenese-Hemmer signifikant höher (27 vs. 10 Prozent).

Bevacizumab richtet sich gegen den Wachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor), der vom Tumor produziert wird und an der Angiogenese beteiligt ist. Bevacizumab bindet den VEGF, so daß die Gefäßbildung im Tumor unterbunden und so das Tumorwachstum gehemmt wird.

Bevacizumab (Avastin®) ist für die Behandlung bei Bronchial-Ca bislang nicht zugelassen. Es steht in Deutschland seit Anfang des Jahres zur First-Line-Therapie bei metastasiertem Kolon- und Rektum-Karzinom in Kombination mit 5-Fluorouracil / Folinsäure (5-FU / FS) oder 5-FU / FS / Irinotecan zur Verfügung. (eb)

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