Chemotherapie ermöglicht oft noch Op von Lebermetastasen

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit Kolonkarzinom und primär inoperablen Lebermetastasen kann eine neoadjuvante Chemotherapie doch noch eine Metastasenresektion möglich machen. Damit kann einigen das Leben gerettet werden.

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Nur bei etwa 15 Prozent aller Kolonkarzinom-Patienten mit Lebermetastasen könnten die Metastasen derzeit operativ entfernt werden, sagte Professor Camelo Pozzo aus Rom auf dem Europäischen Kolonkarzinom-Kongreß in Berlin. Doch die Op lohne sich: Ein Drittel dieser Patienten sei fünf Jahre später noch am Leben.

Metastasen in der Leber sollen verkleinert werden

Um mehr Patienten diese Chance zu geben, werden zunehmend neoadjuvante Chemotherapien genutzt. Das Ziel: die Lebermetastasen zurückzudrängen, um eine operative Entfernung im gesunden Gewebe doch noch zu ermöglichen.

"Phase-3-Studien, die zeigen, daß dadurch das Überleben verlängert wird, gibt es bisher noch nicht", betonte Pozzo auf der von dem Unternehmen Pfizer Oncology unterstützten Veranstaltung. Doch Daten aus mehreren Phase-2-Studien haben zumindest entsprechende Hinweise erbracht.

Pozzo hat eine solche Phase-2-Studie gemacht, bei der 40 inoperable Patienten mit dem FOLFIRI-Schema behandelt wurden. Dieses Therapieschema besteht aus dem Topoisomerase-I-Hemmer Irinotecan (Campto®) in Kombination mit 5-Fluorouracil als Dauerinfusion sowie Folinsäure.

Bei jedem dritten Patienten wurde Op doch noch möglich

Durch diese Vorbehandlung wurde bei 13 Patienten (33 Prozent) doch noch eine Resektion möglich. Das mediane Überleben bei diesen Patienten lag bei fast 31 Monaten im Vergleich zu 24 Monaten bei jenen, bei denen nicht reseziert werden konnte. Andere Untersuchungen mit anderen Chemotherapie-Kombinationen kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

"Eines der Probleme bei all diesen Studien ist, daß nicht eindeutig definiert ist, was eine resezierbare Metastase ist und was nicht", so Pozzo. Die Ergebnisse verschiedener Studien sind deswegen oft nur schwer vergleichbar.

Mehrere Phase-3-Studien, bei denen das FOLFIRI-Schema alleine oder auch in Kombination mit monoklonalen Antikörpern angewandt wird, laufen derzeit. Die Ergebnisse würden mit Spannung erwartet, so Pozzo.

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