Ärzte Zeitung, 06.11.2012

Koloskopie

Neue Studie lädt Verwandte ein

HALLE (eb). Bislang haben nur 18 bis 20 Prozent der Bundesbürger zwischen 55 und 75 Jahren am Vorsorge-Koloskopieprogramm teilgenommen.

Falls jedoch alle in dieser Altersgruppe das Angebot nutzen würden, könnte die Neuerkrankungsrate für Darmkrebs - aktuell 73.000 pro Jahr - um mehr als 80 Prozent sinken.

Um die Teilnahme zu verbessern, startet jetzt an der Uni Halle-Wittenberg die deutschlandweite "FAMKOL"-Studie, in der erstgradig Verwandte - Eltern, Geschwister, Kinder - von Patienten mit Darmkrebs zur Vorsorge-Koloskopie eingeladen werden.

Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Gesundheit mit rund 600.000 Euro für drei Jahre und steht unter der Schirmherrschaft der Stiftung LebensBlicke.

Ziel von FAMKOL ist im Sinne des Ziels 2b des Nationalen Krebsplans die Verdopplung der Teilnahmerate auf etwa 50 Prozent durch nicht-ärztliche, motivierende Beratung. Damit sollen individuelle Barrieren abgebaut werden.

Neu ist, dass Einladung und Beratung nicht Ärzten obliegt, sondern Pflegekräften und Medizinischen Fachangestellten. Dazu entwickeln Forscher eine Schulung, die es den Beratern ermöglicht, auf die Sorgen dieser Verwandten ersten Grades einzugehen.

In der Studie soll geprüft werden, ob die Auswahl der Zielgruppe und das Gespräch mit nicht-ärztlichem Personal die Teilnahmerate und den präventiven Effekt erhöht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Häufiger Anaphylaxie unter Erdnuss-Immuntherapie

Schlechte Nachrichten für Patienten mit Erdnuss-Allergie: Einer Meta-Analyse zufolge traten unter einer oralen Immuntherapie bei Kindern deutlich mehr allergische Reaktionen auf. mehr »

Unterschiedliche Positionen zur Impfpflicht

Im internationalen Vergleich steht Deutschland in Sachen Masern-Impfschutz gar nicht so schlecht da. Ein Grund, sich auszuruhen, ist das nicht, meinen Ärztevertreter. Doch wie weit sollte eine Impfpflicht gehen? mehr »

Honorar für Leichenschau soll mehr als verdoppelt werden

Eine Arztstunde für rund 220 Euro: Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Neubewertung der Leichenschau in der GOÄ ab 2020. Bei den Ärzten stößt er damit auf Gegenliebe. mehr »