Ärzte Zeitung, 24.01.2017

Seltene Erkrankungen

Neue Option bei Morbus Waldenström

Die meisten Patienten mit Morbus Waldenström sprechen auf eine Tablettentherapie mit Ibrutinib an.

ULM. Eine internationale Studie am Universitätsklinikum Ulm belegt die Wirksamkeit eines neuen Medikaments für Patienten mit Morbus Waldenström.

Die seltene Erkrankung gehört zur Gruppe der langsam wachsenden indolenten Lymphome. Die Patienten leiden häufig unter Blutarmut, aber auch Nervenschmerzen oder Blutungsneigungen, da das Lymphom immer das Knochenmark befällt und zudem einen Antikörper produziert, der sich gegen Thrombozyten oder Gerinnungsfaktoren und gesunde Nervenzellen richten kann.

"Patienten, die an Morbus Waldenström leiden, werden normalerweise zunächst mit einer Kombination eines Antikörpers (Rituximab) und einer Chemotherapie behandelt", wird Professor Christian Buske, Leiter der Studie, in einer Mitteilung des Uniklinikums zitiert. "Bei der Mehrheit der Patienten schlägt diese Therapie gut an, auch wenn so bislang keine Heilung erzielt werden konnte. Bei einem Rückfall reagiert allerdings ein kleiner Teil der Patienten nicht mehr auf den Antikörper."

In der Studie konnte nach Angaben der Uniklinik erstmals gezeigt werden, dass diese Patientengruppe sehr gut auf das in Tablettenform verfügbare Medikament Ibrutinib anspricht (Lancet Oncology 2016; online 9. Dezember). Das Medikament blocke gezielt ein Wachstumsprotein und hemme so letztlich das Lymphomwachstum.

In der Studie sprachen über 80 Prozent der Patienten auf die Therapie an, meistens bereits nach wenigen Wochen, teilt das Uniklinikum mit. Die Therapie sei gut verträglich, Nebenwirkungen, die von diversen Chemotherapien bekannt sind, nicht beobachtet worden. Die Patienten hätten innerhalb weniger Wochen von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität berichtet.

Derzeit wird in einer weiteren Studie des Forscherteams untersucht, ob durch eine Hinzunahme des Rituximab Antikörpers die Wirksamkeit von Ibrutinib in der Erstlinientherapie weiter gesteigert werden kann, heißt es in der Mitteilung abschließend. (eb)

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