Ärzte Zeitung online, 08.08.2018

Mammografie

Nicht ganz dicht

Kommentar von Robert Bublak

robert.bublak

Schreiben Sie dem Autor robert.bublak@springer.com

Frauen mit dichtem Brustgewebe sind beim Mammografie-Screening im Nachteil. Ihr Krebsrisiko ist höher, die Sensitivität der Mammografie fällt bei ihnen aber schlechter aus als bei Frauen mit weniger dichtem Gewebe. Auch die Spezifität ist geringer.

Wenn die Brustdichte so wichtig für die Interpretation der Mammografieergebnisse ist, sollte sie im Befundbericht auftauchen. Tut sie aber nicht, zumindest nicht in Deutschland. In Österreich etwa werden Frauen ab einer Brustdichte von 3 – nach neuer Nomenklatur BI-RADS- Dichte-Kategorie c – zur Sonografie geschickt. Hierzulande hält man sich zurück. Die Brustdichte werde im deutschen Mammografie-Screening-Programm "in der Regel nicht geprüft und den Frauen auch nicht mitgeteilt", stellt das IQWiG fest. Begründet wird das unter anderem mit dem Risiko von Überdiagnosen.

Diese Argumentation scheint, mit Verlaub, nicht ganz dicht zu sein. Frauen mit dichten Brüsten begegnen im Screening manchen Schwierigkeiten, das Problem der Überdiagnostik gehört eher nicht dazu.

Deshalb orientiert sich die revidierte Kategorisierung der Brustdichte in der 5. Auflage des BI-RADS-Atlas von 2013 ja auch an der Wahrscheinlichkeit, Befunde zu übersehen. Weshalb man im Zuge des Mammografiescreenings nicht regelmäßig darüber informiert, verstehe, wer will.

Lesen Sie dazu auch:
Screening-Studie: Die Crux der dichten Brüste

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[08.08.2018, 07:42:29]
Dr. Marcel Marquardt 
In Deutschland
wird nach EBM auch keine Mammasonographie leistungsgerecht (oder überhaupt) bezahlt. In Hessen verschwindet diese sogar völlig im RLV (mit ein wenig QZ). Wen wundert's also? Selbst für erfahrene Sonographeure also ein Verlustgeschäft, dass ggf. nur durch andere Untersuchungsgänge quersubventioniert wird. Traurig aber war. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Honorar-Einigung erzielt!

18:30Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben sich nach siebenstündigen Verhandlungen auf das Honorar für 2019 geeinigt. mehr »

App sorgt für weniger Tage mit Migräne

Bei Einsatz einer Migräne-App lassen sich Kopfschmerztage merklich reduzieren – und zwar um 25 Prozent. Das geht aus einer Studie der Schmerzklinik Kiel und der TK hervor. mehr »

Die Zukunft gehört der sensorischen Zuckermessung

Die Zeiten, in denen sich Diabetiker zur Blutzuckermessung in den Finger stechen müssen, sind wohl bald vorbei. Sensor-Messsysteme bringen neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen. mehr »