Ärzte Zeitung, 20.01.2010

Mastzellen im Darm - wann sind Bakterien Freund, wann Feind?

Warum reagieren Mastzellen in der Darmbarriere auf Bakterien viel schwächer als Mastzellen im übrigen Körper? Wie erkennen Sie, ob ein Bakterium Freund oder Feind ist? Diese und weitere Fragen möchten jetzt Ernährungsmediziner der Universität Hohenheim klären. Sie erhoffen sich damit unter anderem neue Erkenntnisse zu Morbus Crohn oder Reizdarm und der Wirkweise von Pro- und Präbiotika.

Mastzellen, also Entzündungszellen im Gewebe, wehren am Auge, im Mund und in der Lunge gefährliche Bakterien ab. Im Darm dagegen - genauer in der Darmbarriere - leben spezielle Darmmastzellen in friedlicher Koexistenz mit Bakterien, die die Darmflora bilden und die für die Verdauung zuständig sind. Die Wissenschaftler vermuten, dass Darmmastzellen besondere Rezeptoren haben oder dass sie sich im Zellinneren von anderen Mastzellen unterscheiden. Eine andere Möglichkeit wäre, dass es an der Umgebung der Darmmastzellen liegt. Vermutlich handelt es sich um eine Kombination mehrerer Möglichkeiten.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Grundlagenprojekt mit 250 000 Euro. (otc)

www.uni-hohenheim.de

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