Ärzte Zeitung online, 07.05.2014

Reflux-Krankheit

Schrittmacher im Ösophagus lindert GERD

WIESBADEN. Durch elektrische Stimulation des unteren Ösophagussphinkters kann bei gastroösophagealem Reflux der Sphinkterdruck verbessert werden, ohne dass damit die transienten Relaxationen beeinträchtigt werden.

Darauf hat Professor Stephan Miehlke vom Facharztzentrum Eppendorf in Hamburg beim Gastro Update 2014 in Wiesbaden hingewiesen.

In einer Pilotstudie mit 24 GERD-Patienten mit täglicher Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) (Surg Endosc. 2013; 27: 1083-92) habe dieser Therapieansatz zu signifikanter Besserung der Lebensqualität, der Ergebnisse der Ösophagus-pH-Metrie und des Endoskopie-Befundes geführt, so Miehlke.

Dazu waren den Patienten laparoskopisch zwei bipolare Stichelektroden in den unteren Ösophagussphinkter eingebracht und war ein titan-ummantelter Pulsgenerator subkutan implantiert worden.

Die Zahl und der Zeitpunkt der Applikationen wurden individuell an das Refluxprofil jedes einzelnen Patienten angepasst. Nach drei Monaten hätten 56 Prozent der Patienten eine Verbesserung der Ösophagitis um mindestens 1 Grad (Los-Angeles-Klassifikation) gehabt.

Und nach sechs Monaten seien 91 Prozent der Patienten ohne PPI gewesen, in einer späteren Publikation der 12-Monats-Daten (Endoscopy 2013; 45: 595-604) 96 Prozent.

Unerwartete implantations- oder stimulationsbedingte Nebenwirkungen sowie auch Dysphagien seien nicht beobachtet worden, so Miehlke.Wünschenswert wäre jetzt eine schein-kontrollierte Studie, um die bisherigen positiven Ergebnisse zu bestätigen. (mal)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Von der Party in die Notaufnahme

Nach reichlichem Genuss von Energy-Drinks entwickelt ein junger Patient einen Infarkt. Die Diagnostik zeigt einen überraschenden Befund - und wirft zusätzlich Fragen auf. mehr »

Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Der schnelle Austausch zwischen Ärzten, Pflegern und Apotheken kann die Qualität der Arzneitherapie um 25 Prozent verbessern. Das zeigt das Projekt InTherAKT aus Münster. mehr »

Kleine Blutungen sind kein Grund, die Antikoagulation abzusetzen

Unter oraler Antikoagulation haben Patienten häufig Nasenbluten und andere kleinere Blutungen. Bedenklich sind solche lästigen Zwischenfälle aber nicht, bestätigt eine Registerstudie. mehr »